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20.12.2010

ERC Starting Grant an Historikerin Pavlína Rychterová

Projekt widmet sich den volkssprachigen Literaturen des späten  Mittelalters



Die Historikerin Pavlína Rychterová, Stipendiatin im Austrian Programme for Advanced Research and Technology [APART] der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut fúr Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien erhält einen mit einer Million Euro dotierten ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrates. Mit den Starting Grants unterstützt der europäische Forschungsrat (European Research Council - ERC) junge Wissenschaftler(innen), die im Bereich der Grundlagenforschung tätig sind. Es werden Projekte mit hohem Potenzial für Innovationen gefördert.

Im Rahmen des Projekts werden Pavlína Rychterová und ihr Team, zusammengesetzt aus jungen tschechischen und österreichischen Wissenschaftler(inne)n, die volkssprachigen Literaturen des späten Mittelalters untersuchen. Zwei Institutionen werden beteiligt sein: die ÖAW (Institut für Mittelalterforschung) und die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (Institut für Philosophie). Ein wichtiges Ziel ist die Zusammenarbeit beider Institutionen bei der Erforschung des gemeinsamen kulturellen Erbes.

Sprachen und Identitäten

In dem ERC-Projekt "OVERMODE - Origins of the Vernacular Mode" beschäftigt sich Rychterová mit den religiösen Texten des Spätmittelalters an der Schwelle zwischen der gelehrten lateinischen Kultur und ihrer volkssprachigen Rezeption und Interpretation. Wie werden die Grundlagen des christlichen Weltverständnisses in den Volkssprachen bearbeitet und gedeutet? Wie beschreiben und reflektieren Individuen und Gesellschaften ihre Welt und die eigene Position darin an der Schwelle der sprachlich definierten Kulturen?

Übersetzung der Sprachen - Übersetzung der Kulturen

Die Volkssprachen spielen seit dem Spätmittelalter zunehmend eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung der Welt, in dem religiösen, politischen wie auch alltäglichen Leben der europäischen Gesellschaften. Hohe Bildung erreicht in den Volksprachen immer neue und breitere gesellschaftliche Schichten. Diese sind zunehmend imstande, ihre eigenen Positionen, Ziele und Bedürfnisse differenziert zu formulieren. Die neue Bedeutung der Volkssprachen, gefestigt im Spätmittelalter, beeinflusst unsere Gesellschaft bis heute.

Text als Matrix der Welt

"Wie wichtig es ist, Texte richtig zu verstehen, wird besonders in der heutigen Gesellschaft deutlich, die immer mehr von Bildern beherrscht wird", sagt Pavlína Rychterová. "Auch den Bildern könnnen wir uns nur aufgrund von Texten nähern, unser Verständnis der Welt ist an sich ein sprachliches Verständnis. Forschung über Texte der Vergangenheit erlaubt uns, nicht nur die Möglichkeiten der Texte und ihrer Interpretation allgemein vor Augen zu führen, sondern auch unser Verständnis für die Komplexität einer sprachlichen bzw. textuellen Erfahrung der Welt zu vertiefen und zu schärfen", so die Wissenschafterin.


Kontakt:
Dr. Pavlína Rychterová
Institut für Österreichische Geschichtsforschung
Universität Wien
Dr. Karl Lueger-Ring 1, 1010 Wien
pavlina.rychterova@univie.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at