Media Governance zwischen Recht und Selbstregulierung
Zweiter Teil der ÖAW-Veranstaltungsreihe "Medien und Recht" am 5. November 2009 in der ÖAW
Der Medienmarkt ist in Bewegung. Jahrzehntelang tradierte Mediengenres scheinen sich in "Push"- und "Pull"-Medien, konvergenten Entwicklungen, crossmedialen Strategien und einer "content production" aufzulösen. Die Wettbewerbssituation, bisher auf einzelne Mediensektoren beschränkt, erweitert und verschärft sich. Damit verbunden sind neue Medien-übergreifende Konzentrationsbewegungen und gravierende Veränderungen der journalistischen Arbeitsbedingungen. In dieser Situation stellt sich die Frage, ob und wie die Medien ihre gesellschaftliche Funktion erfüllen beziehungsweise inwieweit und warum sie dabei versagen, mit besonderer Brisanz. Diese Frage bildet den Ausgangspunkt des zweiten Symposiums der ÖAW-Veranstaltungsreihe zu "Medien und Recht". Es findet am Donnerstag, 5. November 2009, um 16:30 Uhr in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Erwartungen, die das Verfassungsrecht mit der Gewährleistung von Medienfreiheit verbindet, in der heutigen Realität überhaupt noch eingelöst werden. Das führt zum Problem der Medienregulierung, die teilweise dem Medienrecht (beziehungsweise dem allgemeinen Recht) obliegt, aber auch darüber hinausweist: So interessieren hier einerseits die Grenzen gegenwärtiger rechtlicher Regelungen sowie die Möglichkeiten darüber hinausreichender Regulierungsinstrumente (wie sie derzeit in der Diskussion um den Entwurf der neuen Medienrechtsnovelle zur Sprache kommen). Andererseits inkludiert der Begriff der "Media Governance" aber auch Instrumente der Qualitätssicherung und Aufgaben einer Selbstregulierung beziehungsweise Ko-Regulierung, wie sie etwa im Hinblick auf die Online-Medien auch in der neu gefassten EU-Richtlinie über die audiovisuellen Mediendienste angesprochen werden. Dabei geht es nicht nur um eine (längst fällige) Wiederbelebung des alten, 2001 de facto aufgelösten Presserats, sondern um umfassende, Mediensektoren-umspannende Kontrolleinrichtungen mit breiter gesellschaftlicher Trägerschaft und hoher Durchsetzungskompetenz.
Das vom Zentrum für Sozialwissenschaften der ÖAW veranstaltete Symposium hat das Ziel, diese "Media Governance"-Diskussion in Österreich anzustoßen. Prominente Vortragende sind Walter Berka vom Institut für Verfassungs- und Verwaltungsrecht der Universität Salzburg und Prorektor Otfried Jarren vom Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. Moderiert wird die Veranstaltung von Irmgard Griss, Präsidentin des Obersten Gerichtshofes.
Termin:
Medien und Recht:
Media Governance zwischen Recht und Selbstregulierung
Donnerstag, 5. November 2009, 16:30 Uhr
Hauptgebäude der ÖAW
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen
Kontakt:
Dr. Josef Seethaler
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Zentrum Sozialwissenschaften
Kommission für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung
1010 Wien, Postgasse 7/4/1
T +43 1 51581-3516
josef.seethaler@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/cmc
Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
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