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Joseph Haydn - Sämtliche Flötenuhren

Musikalisches Repertoire der Flötenuhren mit Werken Haydns erstmals vollständig auf CD gepresst



Anlässlich des Haydn-Jahres ist im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eine CD mit den Aufnahmen aller heute bekannten Flötenuhren mit Stücken von Joseph Haydn, die der österreichische Komponist speziell für die Musikautomaten komponiert hat, erschienen. Die CD "Josef Haydn - Sämtliche Flötenuhren" wird am 19. November 2009 um 17:00 Uhr im Johannessaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien, präsentiert.

Joseph Haydn hat spezielle Musik für Flötenwerke komponiert, und das offensichtlich in enger Zusammenarbeit mit seinem Kollegen am Esterhazyschen Hof, dem Hofkaplan und Bibliothekar P. Primitivus Niemecz, der sich mit der Herstellung automatischer Orgelwerke einen Namen machte. Von ihm sind zwei signierte Instrumente aus den Jahren 1792 und 1793 erhalten, zwei weitere nicht signierte können ihm mit großer Sicherheit zugeschrieben werden. Dazu kommt noch eine Flötenuhr von Johann Joseph Wiest, die bis 1804 in der Deymschen Kunstgalerie in Wien ausgestellt war und so Haydns Kompositionen damals auch in einem öffentlichen Rahmen präsentierte - während die Niemecz-Uhren den privaten Bereich zu Haydns Zeit ja nie verlassen haben.

Auf diesen fünf Flötenuhren sind 38 Musikstücke zu hören, 18 sind originale Kompositionen bzw. Einrichtungen Haydns, die anderen hat wahrscheinlich Niemecz, der auch Musiker war und von Haydn Unterricht erhielt, arrangiert bzw. komponiert. Da viele Stücke in Varianten auf zwei oder drei Uhren erscheinen, enthält diese Gesamtausgabe 65 Titel. Die fünf Flötenuhren finden sich heute nach wechselvollem Schicksal verstreut in privatem und öffentlichem Besitz in Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Ihr musikalisches Repertoire kann hier erstmals gemeinsam und vollständig vorgestellt werden.

Highlights der eleganten Wohnkultur

Flötenuhren gehörten zur gehobenen eleganten Wohnkultur des 18. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu späteren Uhren waren jene, für die Haydn komponiert hatte, noch eng an ihre Funktion gebunden: Ihre Aufgabe war, den vollen Stundenschlag mit besonderer Musik zu veredeln. Es war üblich, Uhren mit zwölf Stücken auf einer Walze zu bauen. Die Kreation einer solchen Flötenuhr war sowohl für den Erbauer, als auch für den Komponisten eine besondere Herausforderung. Das Spielwerk musste klein genug sein, um in die damals üblichen Kommodenuhren hineinzupassen. Der Komponist musste sein ganzes Können in maximal und vor allem ziemlich genau 40 bis 50 Sekunden unterbringen, dabei mit einem beschränkten Tonumfang auskommen und zu lange und zu tiefe Töne vermeiden. Für die heutige Aufführungspraxis sind die Flötenuhren vor allem bezüglich der Artikulation aufschlussreich.


Weitere Informationen zur CD-Präsentation
Die CD beim Verlag der ÖAW
Thema des Monats "Musik"


Kontakt:
Univ.-Doz. Dr. Helmut Kowar
Phonogrammarchiv
Zentrum Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Liebiggasse 5, 1010 Wien
T +43 1 4277-29604
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www.pha.oeaw.ac.at

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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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