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06.11.2009

Ignaz L. Lieben-Preis 2009 an Frank Verstraete

Preisverleihung am 10. November 2009 in der ÖAW



Frank Verstraete gilt als einer der innovativsten, produktivsten Theoretiker im neuen, interdisziplinären Feld der Quanteninformation und Quantenverschränkung. Quantenverschränkung bezeichnet jenes Phänomen innerhalb der Quantenmechanik, nach dem die Quantenzustände zweier verknüpfter Teilchen auch in großem Abstand voneinander identisch sein können, so als stünden sie permanent in Verbindung. Einstein galt diese Erscheinung als "spukhafte Fernwirkung", heute bildet sie die Grundlage der bekanntesten auf Quantenmechanik basierenden Entwicklungsziele wie dem Quantencomputer, der Quantenkryptografie und nicht zuletzt der Teleportation. Frank Verstraetes Leistung liegt unter anderem darin, als einer der ersten den Begriff der Quantenverschränkung zur Beschreibung von stark korrelierten Vielteilchen-Systemen genutzt zu haben.

Frank Verstraete, geboren 1972 in Izegem (Belgien), studierte in Gent und Löwen und ist nach Forschungsaufenthalten am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und dem California Institute of Technology seit Oktober 2006 Professor für Theorie der Quantenoptik und Quanteninformation an der Universität Wien.

Ignaz L. Lieben-Preis: Ältester Preis der ÖAW

Der älteste Preis der ÖAW, 1863 gestiftet und nach dem verstorbenen Gründer des Bankhauses Lieben benannt, musste 1938 wegen Verfolgung der Stifterfamilie eingestellt werden. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie die Physikerinnen Marietta Blau und Lise Meitner sowie die beiden Nobelpreisträger Viktor Hess und Otto Loewi waren Träger des Ignaz L. Lieben-Preises. Die großzügige finanzielle Unterstützung von Isabel und Dr. Alfred Bader, selbst ein von den Nationalsozialisten aus Österreich Vertriebener, hat es ermöglicht, den Ignaz L. Lieben-Preis zu reaktivieren und im Jahr 2004 wieder neu auszuschreiben.

Der Preis in Höhe von $ 36.000,-- wird an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich für herausragende Arbeiten auf den Gebieten der Molekularbiologie, Chemie und Physik verliehen.

Zwei weitere Preise an junge Wissenschaftlerinnen

Zwei weitere Preise, ebenfalls gestiftet von Dr. Alfred und Isabel Bader, werden für außergewöhnliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen vergeben. Dagmar Probst wird mit dem Bader-Preis für Kunstgeschichte für ihre Dissertation zum Einfluss von Johann Carl Loth (1632-1698) auf die österreichische Barockmalerei ausgezeichnet, die sie am Institut für Kunstgeschichte der Universität Graz durchführt. Der Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften, der heuer erstmals verliehen wird, geht an Sonja Walch, die sich in ihrem Forschungsprojekt mit der österreichischen Botanikerin Mona Lisa Steiner (1915-2000) beschäftigt.

Die beiden Preise sind jeweils mit $ 18.000,-- dotiert und werden an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, um die Ausarbeitung einer Dissertation oder eines Forschungsprojekts zu ermöglichen.

Preisverleihung am 10. November 2009

Die diesjährige Verleihung des Ignaz L. Lieben-Preises und der beiden Bader-Preise findet in Anwesenheit der Stifter am 10. November 2009 um 19:00 Uhr in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften statt.


Weitere Informationen


Kontakt:
Dr. Barbara Haberl
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Verwaltungsstelle für Stipendien und Preise
T +43 1 51581-1310
barbara.haberl@oeaw.ac.at
stipendien.oeaw.ac.at


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