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Pharmazeutische Patente und negative Pflichten

Thomas Pogge am 24. November 2008 in der ÖAW



Im Rahmen der Leibniz Lectures der ÖAW am 24. November 2008 gibt Thomas Pogge, Yale University, eine rechtsphilosophische Analyse mit einem Reformvorschlag.

Im internationalen Recht, und zwar sowohl im kodifizierten wie auch im Gewohnheitsrecht, genießen verschiedene Menschenrechte breite Anerkennung. Diese Menschenrechte versprechen allen Menschen Schutz vor bestimmten Formen schwerwiegenden Schadens, der ihnen im eigenen Staat oder von ausländischer Seite zugefügt werden könnte.

Doch das internationale Recht schafft und stützt auch institutionelle Strukturen, die massiv zur Verletzung dieser Menschenrechte beitragen: Grundlegende Komponenten des internationalen Rechts behindern systematisch das Streben armer Bevölkerungen nach demokratischer Selbstregierung, Bürgerrechten, Grundnahrungsmitteln und medizinischer Versorgung.

Wer dies versteht, wird hinsichtlich des Weltarmutsproblems nicht positive Hilfspflichten westlicher Länder in den Vordergrund stellen, sondern Reformen, die unsere globalen Institutionen menschenrechtskonform machen würden. Der Health Impact Fund ist eine solche Reform, die eine schwerwiegende Ungerechtigkeit unseres Welthandelssystems abmildern oder beseitigen würde.

Thomas Pogge
Thomas Pogge ist Leitner Professor of Philosophy and International Affairs an der Yale University und Forschungsdirektor am Centre for the Study of Mind in Nature an der Universität Oslo. Er ediert den Bereich soziale und politische Philosophie der Stanford Encyclopedia of Philosophy und ist Mitglied der Norwegischen Akademie der Wissenschaften. Seine jüngsten Bücher sind: John Rawls: His Life and Theory of Justice (Oxford 2007), World Poverty and Human Rights (Cambridge, 2.Aufl. 2008), The Health Impact Fund (Oslo 2008), Politics as Usual (Cambridge 2009) und, als Herausgeber, Freedom from Poverty as a Human Right (Oxford 2007) und Global Justice/Global Ethics (St. Paul 2008). Mit Forschungsgeldern der BUPA Foundation (der British United Provident Association) und der Europäischen Kommission (FP 7) leitet Pogge eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, die durch ein neues Finanzierungsinstrument für pharmazeutische Forschung den Zugang zu neuen Medikamenten strukturell zu verbessern sucht.


Termin:
Thomas Pogge (Yale University)
Pharmazeutische Patente und negative Pflichten.
Eine rechtsphilosophische Analyse mit einem Reformvorschlag
Montag, 24. November 2008, 18:15
Festsaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Diskussion mit Thomas Pogge zu den Thesen seines Vortrags
Dienstag, 25. November 2008, 14:15-15:45
Sitzungssaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien


Konzeption und Moderation: Herta Nagl-Docekal (Wien)


Weitere Informationen


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