Der Kampf ums Land
KEF-Research for Development Roundtable am 20. November 2008
Im Süden Perus gelegen gehört das Departement Apurimac zu den ärmsten Regionen des Landes. Die rund 485.000 Einwohner (meist Quechua-Indigene) leben zum überwiegenden Teil von der Landwirtschaft. In staatlich anerkannten Bauerngemeinden, den Comunidades Campesinas, organisiert haben sie sich ihre einst von der spanischen Krone verliehenen Landtitel bis weit herauf ins 20. Jahrhundert bewahrt. In den 1980er Jahren wurden die indianischen Gemeinden zusehends in einen Konflikt zwischen Sendero Luminoso, einer maoistischen Bewegung, und dem peruanischen Militär verwickelt. Im Rahmen der Auseinandersetzungen wurden nicht nur die kommunale Infrastruktur, sondern auch diverse juristische Dokumente, wie Landtitel, Gerichtsurteile über Landbesitzkonflikte oder Volkszählungsdaten zerstört.
Das Projekt "Land distribution and land titling in colonial Peru: Analysis of visitas and composiciones de tierras in Apurimac" versucht diese Dokumente für die Gemeinden zurückzubringen. Historische Archive werden durchsucht, Urkunden restauriert, digitalisiert und den Gemeinden in Form eines Kompendiums zurückgegeben. Die dadurch erhoffte Festigung indigener Identität sowie verbesserte juristische Positionen sind angesichts geplanter Bergbauprojekte in der Region besonders wichtig.
Im Rahmen der gemeinsam mit dem Lateinamerika Institut (LAI) organisierten Veranstaltung soll das Projekt vorgestellt und danach diskutiert werden. Dr. Jean-Jacques Decoster, Direktor der Asociación Kuraka (dem Projektpartner vor Ort), wird das Projekt präsentieren und es dann mit Dr. Ulrike Bechthold (Institut für Anthropologie, Universität Wien), Prof. Rene Kuppe (Institut für Rechtsphilosophie, Universität Wien) und Prof. Gerhard Drekonja (Institut für Geschichte, Universität Wien) diskutieren.
Research for Development Roundtables
Bei der Veranstaltungsreihe "Research for Development Roundtables" der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) bei der ÖAW wird es den Projektpartner(inne)n aus Entwicklungsländern ermöglicht, ihr von der KEF finanziertes Projekt in Österreich zu präsentieren und sich in Anschluss an die Präsentation einer kritischen Diskussion mit anderen Expert(inn)en zu stellen.
Termin:
The Law of the Land?
Documenting Indigenous Landrights in Peru.
20. November 2008, 17.00-19.00 Uhr
Lateinamerika Institut (LAI), Europasaal
Schlickgasse 1, 1090 Wien
Eine gemeinsame Veranstaltung der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) bei der ÖAW mit dem Lateinamerika Institut (LAI)
Weitere Informationen
Kontakt:
Mag. Birgit Habermann, MSc
Kommission für Entwicklungsfragen (KEF)
bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-3202
M +43 664 6127210
birgit.habermann@oeaw.ac.at
www.kef-online.at
Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at

