Aktuelle Forschungsthemen der Chemie
Carl Auer von Welsbach Lectures 2008/2009 starten am 12. November
Carl Auer von Welsbach (1858, Wien - 1929 Mölbling, Kärnten) war ein österreichischer Chemiker und Erfinder. Als Unternehmer konnte er seine Entwicklungen zu bedeutendem wirtschaftlichen Erfolg führen. Nach dem Studium der Chemie in Wien und Heidelberg, wo er mit Untersuchungen an den Seltenen Erden begann, kehrte er nach Wien zurück. Hier gelang ihm die Entdeckung der vier chemischen Elemente Neodym, Praseodym, Ytterbium und Lutetium. 1885 erfand er den Glühstrumpf, der die damals schon bekannte Gasbeleuchtung wesentlich verbesserte. Auer beschäftigte sich auch mit dem elektrischen Licht: 1898 ließ er die erste brauchbare Metallfadenlampe patentieren. Bahnbrechend war seine Erfindung des Zündsteins im Feuerzeug. 1906 meldete Carl Auer von Welsbach das Warenzeichen OSRAM für "Elektrische Glüh- und Bogenlichtlampen" beim damaligen Kaiserlichen Patentamt in Berlin an.
Die Vortragsreihe "Carl Auer von Welsbach Lectures" informiert über aktuelle Forschungsthemen der Chemie. Die Vortragenden sind weltweit angesehene Vertreter(innen) ihres Fachs, die der Rolle der Chemie von der Entstehung des Lebens, den chemischen Vorgängen rund um die Atmosphäre und den Klimawandel bis zu Anwendungen etwa im Automobilbau und nicht zuletzt im Nanobereich nachgehen. Die Vorträge finden im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt. Der Eintritt ist frei.
Die Carl Auer von Welsbach Lectures starten am 12. November 2008, 18:15 Uhr, mit dem Vortrag "Nanokapseln, Nanozwiebeln, Nanobomben..." der deutschen Chemikerin Katharina Landfester vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Der Vortrag wird sich mit Einsatzmöglichkeiten von Nanopartikel und Nanokapseln auseinandersetzen.
Am 10. Dezember 2008 stellt Nobelpreisträger Paul J. Crutzen vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz in seinem Vortrag "Atmosphärenchemie und Klima im Anthropozän" den Einfluss des Menschen auf die Umwelt in den Mittelpunkt.
Am 18. März 2009 stellt Ferdi Schüth, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der Ruhr, unterschiedliche Systeme zur Speicherung von Wasserstoff für Anwendungen im Automobilbau vor und lotet deren Potenzial aus.
Am 22. April 2009 beleuchtet Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn, ISIS, Université Louis Pasteur, Straßburg und Collège de France, Paris, in seinem Vortrag "Von der Materie zum Leben: Chemie? Chemie!" die Chemie als Repräsentantin der Gesamtheit aller möglichen molekularen und supramolekularen Spezies, von denen die in der Natur bereits erschaffenen Strukturen nur einen kleinen Teilbereich darstellen.
Am 6. Mai 2009 widmet sich Dieter Oesterhelt vom Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried, in seinem Vortrag "Von Farben und Farberkennung" der Frage was Farbe ist und wie wir sie wahrnehmen.
Am 17. Juni 2009 findet der letzte Vortrag der Reihe statt: "Auf der Suche nach der Chemie der Entstehung des Lebens" von Albert Eschenmoser, ETH Zürich. Der Vortrag wirft einen Blick auf den aktuellen Wissensstand zur Entstehung des Lebens aus Sicht der organischen Chemie.
Angebote für Schülerinnen und Schüler
Die Vortragsreihe wird von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien veranstaltet. Die bereits mehrjährige Kooperation mit dem Stadtschulrat für Wien wird auch 2008/2009 fortgesetzt: Im Zuge der "Junior Academy" werden die Forscher(innen) am Tag nach ihren Vorträgen mit Schülerinnen und Schülern über ihre Forschung diskutieren. Die Schüler(innen) haben so die Möglichkeit, in Kontakt mit der internationalen Forschungselite zu treten und ihre Arbeit aus erster Hand kennen zu lernen.
Im Rahmen einer Kooperation der ÖAW mit der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.H. für Fachhochschul- und Universitätswesen wird Schüler(inne)n aus Niederösterreich die Möglichkeit geboten an den Vorträgen in der ÖAW teilzunehmen.
Erster Termin:
Katharina Landfester
Nanokapseln, Nanozwiebeln, Nanobomben...
Mittwoch, 12. November 2008, 18:15 Uhr
Festsaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Der Eintritt ist frei.
Das Gesamtprogramm der Carl Auer von Welsbach Lectures 2008/2009
Folder [PDF]
Plakat [PDF]
Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at

