Das Recht auf Gesundheit
KEF-Research for Development Roundtables am 8. und 29. Mai 2008
Uganda, die "Perle Afrikas": 30 Millionen Einwohner leben auf einer Fläche von 240 000 Quadratkilometern. Das Land ist im Wachsen, der Wohlstand steigt, dennoch liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 47,8 Jahren (Österreich: 79 Jahre). Im globalen Ranking des Human Development Index nimmt das Land den 145. Rang (von 177) ein. Obwohl das Land in manchen Bereichen der Millenniumentwicklungsziele durchaus Fortschritte macht, hinkt der Gesundheitssektor wie in vielen anderen afrikanischen Ländern hinten nach.
Die Millenniumentwicklungsziele wurden im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen - mit acht Zielen für eine bessere Welt mit weniger Armut, Hunger und Umweltzerstörung haben sich die 189 UN-Mitgliedgstaaten große Ziele gesetzt. Von den acht Zielen sind allein drei gesundheitlichen Fragen gewidmet: In Uganda sterben 136 von 1000 Kindern bevor sie das 5. Lebensjahr erreicht haben, in Österreich sind es im Durchschnitt vier bis fünf Kinder. Die Herausforderungen sind enorm.
Die Veranstaltungen zu Gesundheitsprojekten in Uganda im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Research for Development Roundtables" der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geben einen Einblick in zwei Forschungspartnerschaften zwischen Institutionen in Uganda, und den Medizinischen Universitäten in Wien und Graz. Die Veranstaltungen finden am 8. Mai 2008 von 18.00 bis 20.00 Uhr an der Medizinischen Universität Wien und am 29. Mai von 17.00 bis 19.00 Uhr an der Medizinischen Universität Graz statt.
Malaria in a conflict zone in Northern Uganda
In Uganda ist Malaria bei 30 bis 50 Prozent der Patient(inn)en die Ursache für ambulante Behandlung und bei 20 Prozent für Spitalsaufenthalte. Zwischen neun und 14 Prozent der Todesfälle in Spitälern sind auf Malaria zurückzuführen: 320 Menschen sterben jeden Tag an Malaria. Im Rahmen des Projektes "Evidenz-basierte Malaria Interventionen in einer Konfliktzone in Nord- Uganda" soll durch nachhaltige Verbesserung der therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten der Resistenzgrad des Parasiten gegenüber gängigen Medikamenten untersucht werden. Das Projekt wird im St. Mary's Hospital Lacor durchgeführt. Das St. Mary´s Hospital Lacor liegt im Norden Ugandas nahe der sudanesisch-ugandischen Grenze. Während der Unruhen in den letzten Jahrzehnten war es die einzige funktionierende, durchwegs erreichbare Struktur in der Region. Angeschlossen an das Krankenhaus sind Gesundheitsstationen in zwei Flüchtlingslagern mit jeweils 60.000 Personen (Opit, Pado). Malaria ist dort - besonders bei Kindern - eine der Hauptursachen für Krankheit.
Improving Healthcare through Teledermatology in Uganda
Hauterkrankungen erreichen in Mitteleuropa selten lebensbedrohende Ausmaße - in Ostafrika ist die Bandbreite und Schwere der Erkrankungen unvergleichlich dramatischer, insbesondere auch in Zusammenhang mit HIV-Erkrankungen. Dennoch stehen in ganz Uganda für die Behandlung von Hauterkrankungen nur zwei einschlägige Zentren zur Verfügung: Die Hautklinik am Klinikum der Makerere Universität in Kampala, und jene am Mulago National Hospital in Mbarara, wo jedoch nur fünf vollausgebildete Dermatolog(inn)en tätig sind. Das "Tele-Dermatologie- und E-Learning-Projekt (Kampala-Mbara/Uganda und Graz/ Österreich)" greift diese Thematik auf und versucht mit innovativen Zugängen auch in entlegenen Regionen die Diagnostik und richtige Behandlung zu ermöglichen.
"Durch diese Art der wissenschaftlichen Zusammenarbeit werden auf beiden Seiten Kapazitäten aufgebaut - ein Beitrag zu einer effizienteren Gesundheitsversorgung in Uganda, und zur Bekämpfung von Malaria und der Behandlung von Hauterkrankungen sind ein wichtiger Schritt in Richtung Erreichung der Millenniumentwicklungsziele, und für ein würdiges Leben und Überleben der Menschen in entlegenen Regionen Ugandas", ist Birgit Habermann von der Kommission für Entwicklungsfragen bei der ÖAW überzeugt.
Research for Development Roundtables
Bei der Veranstaltungsreihe "Research for Development Roundtables" der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) bei der ÖAW wird es den Projektpartner(inne)n aus Entwicklungsländern ermöglicht, ihr von der KEF finanziertes Projekt in Österreich zu präsentieren und sich in Anschluss an die Präsentation einer kritischen Diskussion mit anderen Expert(inn)en zu stellen.
Termine:
Malaria in a conflict zone in Northern Uganda
8. Mai 2008, 18.00-20.00 Uhr
MEDUNI Wien, AKH Hörsaal 4, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Eine gemeinsame Veranstaltung der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) bei der ÖAW mit der Medizinischen Universität Wien, Tropenmedizin Wien, Malaria Monitoring Organisation
Weitere Informationen
Improving Healthcare through Teledermatology in Uganda
29. Mai 2008, 17.00-19.00 Uhr
SZ KW.21, 2nd floor, entrance building at Auenbruggerplatz 2, Medical University of Graz/Regional & University Hospital Graz (LKH/Universitätsklinikum Graz)
Eine gemeinsame Veranstaltung der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) bei der ÖAW mit der Medizinischen Universität Graz
Weitere Informationen
Kontakt:
Mag. Birgit Habermann
Kommission für Entwicklungsfragen (KEF)
bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien
Tel +43 1 51581-3202
birgit.habermann@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/kef
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