Gerda Falkner neue Direktorin des EIF
Neue Ausrichtung der europäische Integrationsforschung an der ÖAW
Die Politikwissenschafterin Gerda Falkner ist seit Jänner 2008 Direktorin des ÖAW-Instituts für europäische Integrationsforschung (EIF). Sie folgt Sonja Puntscher Riekmann nach, die als Professorin und Vizerektorin an der Universität Salzburg ihren Arbeitsschwerpunkt gänzlich nach Salzburg verlegt.
Bild: Gerda Falkner, Foto: Franz Pflueg
Gerda Falkner studierte Politikwissenschaft in Verbindung mit Kommunikationswissenschaft und Ökonomie an der Universität Wien. Seit einem Postgraduate-Lehrgang in Brügge (Belgien; 1989/90) hat sie sich ihrem wissenschaftlichen Leitthema verschrieben, der europäischen Integration und deren Folgen in den Mitgliedstaaten.
Erfahrungen im In- und Ausland
Nach der Dissertation ging Gerda Falkner mit einem Schrödinger-Stipendium des FWF nach Großbritannien (University of Warwick und University of Essex) und legte mit Arbeiten zur Interessenpolitik auf EU-Ebene den Grundstein für ihre spätere Habilitationsschrift. Diese wurde 1998 unter dem Titel "EU Social Policy in the 1990s: Towards a Corporatist Policy Community" beim international renommierten Verlag Routledge in London publiziert.
Im selben Jahr wurde Gerda Falkner ao. Professorin am Institut für Staatswissenschaft der Universität Wien und übernahm 1999 - 2003 die Leitung einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut (MPI) für Gesellschaftsforschung in Köln. Darüber hinaus reformierte sie ab 2002 die Abteilung Politikwissenschaft am Institut für Höhere Studien in Wien und wird diese noch bis August 2008 leiten.
"Mich hat ein häufiger Wechsel zwischen Forschung im Inland und Ausland einerseits, sowie zwischen universitärer und äußeruniversitärer Forschung andererseits geprägt. Man sieht dadurch besser, welche Qualitätsstandards anderswo gesetzt werden und wie international Exzellenz erreicht wird", erzählt die neue Direktorin von ihrer Motivation zur Professionalisierung politikwissenschaftlicher Forschung.
Fokus Sozialpolitik
Inhaltlich konzentrierte sich Gerda Falkner früh auf das Themenfeld Sozialpolitik, in dem sowohl die EU als auch die Nationalstaaten Kompetenzen haben und mit unterschiedlichem Erfolg ausüben. Später kamen Fragen nach der Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Akteuren auf Ebene der Europäischen Union hinzu. Am MPI für Gesellschaftsforschung in Köln und anschließend in Wien ging sie mit ihren Teams dann auch der Frage nach, inwieweit geschriebenes EU-Recht in den Mitgliedstaaten umgesetzt wird. Die Projektergebnisse vom MPI in Köln über die damaligen 15 Mitgliedstaaten erschienen 2005 bei Cambridge University Press unter dem Titel "Complying with Europe" und wurden von der European Union Studies Association der USA als "Best Book in EU Studies 2005-2007" ausgezeichnet. Die Folgestudie (TRAFO; finanziert vom Wissenschaftsministerium) befasste sich - nach der Erweiterung auf 25 Mitgliedsstaaten - mit der Implementierung in Österreichs östlichen Nachbarstaaten. Beide Studien konstatierten eine oft mangelhafte Befolgung von EU-Recht in den Mitgliedstaaten.
Neue Perspektive am EIF: Politikfeld-Analyse
Politikfelder wie beispielsweise Außen-, Sozial- oder Umweltpolitik unterscheiden sich in ihren Regeln der Entscheidungsfindung oder hinsichtlich demokratiepolitischer Aspekte: Ist Einstimmigkeit gefordert oder gelten Mehrheitsabstimmungen, werden private Akteure einbezogen oder nicht. "Wir wollen am EIF in Zukunft mehr die konkreten Politiken der EU in den Blick nehmen und systematisch analysieren. So können wir aufbauend arbeiten und weiterführende Ergebnisse aus dem Vergleich von Projekten ziehen. In vielen Studien werden frühere Schwerpunkte des EIF als Querschnittsaspekte vorkommen", umreißt Gerda Falkner ihre Ziele.
Lebenslauf und Publikationen von Gerda Falkner
Kontakt:
Prof. Dr. Gerda Falkner
Direktorin
Institut für europäische Integrationsforschung
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Strohgasse 45/DG, 1030 Wien
T +43 1 51581-7565
gerda.falkner@oeaw.ac.at
www.eif.oeaw.ac.at
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