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Atmosphärenchemie und Klima im "Anthropozän"

Nobelpreisträger Paul J. Crutzen am 10. Dezember 2008 in der ÖAW



Trotz ihrer relativ geringen Masse (nur 10 Millionstel der Erd-Biosphäre; davon wiederum nur zwei Prozent Gehirnmasse) haben Generationen von "Homo Sapiens" eine immer wachsende katalytische Rolle bei der Veränderung der Atmosphäre und der Erdoberfläche gespielt. Die menschlichen Aktivitäten haben vor allem in den letzten zwei Jahrhunderten derart zugenommen, dass von einem neuen Erdzeitalter, dem "Anthropozän" die Rede ist. Bereits im Jahre 1928 hatte der russische Geologe Vernadsky vorhergesagt: "...die Richtung zunehmenden Bewusstseins und zunehmender Kenntnis, in welche sich die Evolution mit immer größerem Einfluss auf die Umwelt entwickeln muss". Vernadskys Vorhersagen sind mehr als erfüllt. Menschliche Aktivitäten beeinflussen die natürlichen Prozesse, wie zum Beispiel das Ozonloch, den Anstieg der Treibhausgase und die Auswirkung auf Klima, Luftverschmutzung und "sauren Regen".

"Atmosphärenchemie und Klima im Anthropozän" ist Thema des Vortrags von Nobelpreisträger Paul J. Crutzen im Rahmen der Carl Auer von Welsbach Lectures 2008/2009 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Der Vortrag findet am 10. Dezember 2008 um 18:15 Uhr im Festsaal der ÖAW, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt. Der Eintritt ist frei.

Paul J. Crutzen wurde 1933 in Amsterdam geboren. Er gilt als einer der Pioniere der Ozonloch-Forschung. Für seine Forschungen zu Bildung und Abbau von Ozon in der Atmosphäre erhielt er 1995 gemeinsam mit Mario J. Molina und F. Sherwood Rowland den Nobelpreis für Chemie. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 leitete Crutzen die Abteilung Atmosphärenchemie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. In einer 2007 veröffentlichten Studie zeigt er gemeinsam mit Kollegen, dass die bei der Produktion von Biotreibstoffen wie Biodiesel aus Raps oder Bioethanol aus Mais in die Atmosphäre freigesetzten Stickoxide genauso viel oder sogar mehr zur globalen Erwärmung beitragen, als man durch die Einsparung fossiler Brennstoffe an Kühlungseffekt gewinnen würde.

Die Veranstaltung wird von ÖAW-Präsident Peter Schuster moderiert. Am Tag nach dem Vortrag besucht Paul J. Crutzen im Zuge der "Junior Academy" das Schottengymnasium im 1. Wiener Gemeindebezirk. Die "Junior Academy" wird vom Stadtschulrat für Wien organisiert und ermöglicht Schülerinnen und Schülern international führende Forscherinnen und Forscher kennen zu lernen und über ihre Arbeit zu diskutieren.

Die nächste Carl Auer von Welsbach Lecture findet am 18. März 2009 statt. Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der Ruhr, stellt unterschiedliche Systeme zur Speicherung von Wasserstoff für Anwendungen im Automobilbau vor und lotet deren Potenzial aus.


Termin:
Paul J. Crutzen
Atmosphärenchemie und Klima im Anthropozän
Mittwoch, 10. Dezember 2008, 18:15 Uhr
Festsaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Der Eintritt ist frei.


Das Gesamtprogramm der Carl Auer von Welsbach Lectures 2008/2009
Folder [PDF]
Plakat [PDF]


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