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Mineralische Rohstoffe - aktuelle Herausforderungen

Symposium am 15. April 2008 in Wien



Am 15. April 2008 veranstaltet die Kommission für Grundlagen der Mineralrohstoffforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens das Symposium "Mineralische Rohstoffe - Eine aktuelle Herausforderung für Wissenschaft und Versorgungspolitik".

Mineralische Rohstoffe sind eine der materiellen Grundlagen der menschlichen Gesellschaft. Entwicklungsstufen der Menschheit sind eng mit mineralischen Rohstoffen und den daraus erzeugten Produkten verbunden, wie Steinzeit, Hallstattzeit (Salz), Bronzezeit und Eisenzeit.

Auch heute noch sind mineralische Rohstoffe untrennbar mit der Entwicklung der modernen Industriegesellschaft verbunden. Hier hat sich der Schwerpunkt von den klassischen Metallerzen (Eisen, Kupfer, Blei, Zink, etc.) auf Sondermetalle, wie sie bei der Herstellung von Sonderstählen und von elektronischen Werkstoffen benötigt werden, sowie auf die Baurohstoffe verlagert.

Insbesondere die hochindustrialisierten Länder sind überaus rohstoffintensiv. "Der jährliche Pro-Kopf-Rohstoffverbrauch in den OECD-Staaten beträgt etwa 15 Tonnen und damit das 5-fache des Verbrauchs in den Nicht-OECD-Staaten", sagt Univ.-Prof. Dr. Horst Wagner, Obmann der ÖAW-Kommission für Grundlagen der Mineralrohstoffforschung. Dieses weltweite Ungleichgewicht wurde, solange die Rohstoffversorgung reibungslos erfolgte, weitestgehend ignoriert. Das außerordentliche wirtschaftliche Wachstum der Schwellenländer und hier insbesondere jenes von China, hat in jüngerer Vergangenheit zu Versorgungsengpässe mit wichtigen mineralischen Rohstoffen und damit verbunden zu außerordentlichen Preissteigerungen geführt und die Abhängigkeit der modernen Industriewirtschaft von mineralischen Rohstoffen der Politik und auch der breiten Öffentlichkeit deutlich gemacht. Wagner: "Das wurde nunmehr auch von der europäischen Kommission in Brüssel erkannt, welche der nachhaltigen Versorgung der Mitgliedsstaaten mit mineralischen Rohstoffen ein erhöhtes Augenmerk schenkt und an der Herausgabe einer Mitteilung arbeitet, welche zu einer Rohstoffrichtlinie führen kann."

Ziel des Symposiums ist, einerseits die Abhängigkeit der modernen Industriegesellschaft von mineralischen Rohstoffen aufzuzeigen und auf den weiter zunehmenden Rohstoffbedarf hinzuweisen sowie anderseits einen Überblick über die Arbeiten der Kommission für Grundlagen der Mineralrohstoffforschung zu geben.

Die Vorträge - Überblick

Univ.-Prof. Dr. Richard Nötstaller, Montanuniversität Leoben, wird von der Weltbank und den Vereinten Nationen regelmäßig als Konsulent in Fragen mineralischer Rohstoffe und der damit zusammen hängenden Probleme herangezogen. Sein Vortrag widmet sich dem Thema "Weltentwicklung und Rohstoffbedarf". Sein besorgniserregendes Ergebnis: Das Wachstum des Rohstoffbedarfes wird sich im 21. Jahrhundert unverändert fortsetzen. Bis zum Jahr 2030 ist mit einer Verdoppelung des jährlichen Verbrauchs mineralischer Rohstoffe zu rechnen.

Die weltweite Klimadiskussion hat auch Auswirkungen auf die Rohstoffindustrie. Insbesondere die karbonatischen Rohstoffe, das sind in Österreich vor allem Magnesit und das karbonatische Eisenerz, sind davon stark betroffen. Dr. Thomas Drnek von Radex-Heraklith International hat sich mit dieser Frage, sowohl beruflich als auch wissenschaftlich, beschäftigt und berichtet über seine Ergebnisse.

O. Univ.-Prof. Dr. Fritz Ebner, Montanuniversität Leoben, gibt einen Überblick über einige der Forschungsschwerpunkte der Kommission für Grundlagen der Mineralrohstoffforschung der ÖAW. Neben spezifischen Forschungsergebnissen soll dieser Beitrag auch einen Einblick in die Forschungsstrategien und die Vorgehensweise der Kommission geben.

Die vielfältigen Möglichkeiten und das Potential der Isotopenuntersuchungen bei der Lagerstättenforschung werden von Dr. Friedhelm Henjes-Kunst von der renommierten Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover aufgezeigt. Damit steht der Lagerstättenforschung ein leistungsfähiges Werkzeug zur Verfügung, welches sicherlich benötigt werden wird, um den Rohstoffhunger der sich immer rascher entwickelnden menschlichen Gesellschaft zu stillen.

Die Sorgen der europäischen Kommission betreffend die nachhaltige Versorgung Europas mit mineralischen Rohstoffen hat auch Fragen über die zukünftige Rolle der geologischen Dienste der EU-Mitgliedsstaaten aufgeworfen. Diese werden vom Generalsekretär der europäischen geologischen Dienste, Dr. Patrice Christmann, aufgenommen und angesprochen.

Kommission für Grundlagen der Mineralrohstoffforschung der ÖAW

Die Kommission für Grundlagen der Mineralrohstoffforschung wurde vor 30 Jahren mit dem Ziel gegründet, die Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der mineralischen Rohstoffe zu koordinieren und zu fördern. Sie befasst sich mit Fragen der Entstehung mineralischer Rohstoffe, ihren Eigenschaften, Gewinnung, Weiterverarbeitung und wirtschaftlichen Bedeutung.


Weitere Informationen zum Symposium
Weitere Informationen zu den Vorträgen
Weitere Informationen zur Kommission für Grundlagen der Mineralrohstoffforschung der ÖAW


Kontakt:
Ingrid Weichselbaum
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-3555
F +43 1 51581-3622
ingrid.weichselbaum@oeaw.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
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