EINLADUNG zur PRESSEKONFERENZ
Holzheizung: klimaschonend, aber gesundheitsgefährdend durch Feinstaub
Die Kommission für Reinhaltung der Luft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) präsentiert neue wissenschaftliche Studien zu Klima- und Feinstaubfolgen von Holzheizungen. Aktuelle Untersuchungsergebnisse zeigen, welche gesundheitlichen Auswirkungen - zusätzliche Erkrankungs- und vorzeitige Sterbefälle - in den nächsten Jahren bei unkritischer Umstellung auf Holzheizungen durch mehr Feinstaub und Stickoxide zu erwarten sind.
Termin:
Mittwoch, 26. September 2007, 10:00 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Clubraum
1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Ihre Gesprächspartner(innen) sind:
Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp,
Universität Wien, Obfrau der ÖAW-Kommission für Reinhaltung der Luft
Univ.-Prof. Dr. Albert Hackl,
Technische Universität Wien, ÖAW-Kommission für Reinhaltung der Luft
Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger,
Medizinische Universität Wien, ÖAW-Kommission für Reinhaltung der Luft
Die vom Ministerrat beschlossene Anpassung der Klimastrategie sieht unter anderem bei Raumwärme die Umstellung von mindestens 100.000 Haushalten bis 2010 und 400.000 Haushalten bis 2020 auf erneuerbare Energieträger vor. Die derzeitige Brennstoffmatrix der Österreichischen Haushalte - Gas 28,5 %, Öl 28,2 %, Fernwärme 17 %, Holz 14,3 %, Strom 7,2 %, Kohle 2,1 %, Sonstige 2,7 % - zeigt, dass diese projektierte Umstellung vor allem fossile Brennstoffe betreffen wird, die derzeit eine weitgehend staubfreie Wärmeversorgung ermöglichen.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist seitens der zuständigen Instanzen Sorge zu tragen, dass der große Vorteil einer durch Holzheizung klimaneutralen Raumwärme einen möglichst geringen lufthygienischen Nachteil mit sich bringt. Die Kommission zur Reinhaltung der Luft der ÖAW empfiehlt daher für die Typenscheinprüfung von Raumwärmegeräten für Staubemissionen strenge gesetzliche Vorschreibungen mit Wirksamkeit ab 01.01.2012 zu beschließen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt müssten in Österreich alle neu in den Handel gebrachten Öfen folgende Mindeststandards erfüllen: Maximale Emissionskonzentration von Feinstaub (PM10):
Für Einzelöfen: 20 mg/m³
Für Zentralheizungen: 15 mg/m³
Da in Österreich eine Reihe von Ofen- und Kesselbaufirmen tätig sind, ist die technische Umsetzung nicht von ausländischen Firmen abhängig, kann vom Klimafond gefördert werden und auch den Export dieser Firmen positiv beeinflussen. Das gesteckte Ziel sollte daher von allen einschlägigen Firmen erreichbar sein, zumal schon heute die besten Einzelöfen eine maximale Emissionskonzentration von 5 mg/m³ erreichen.
Nur mit dieser Maßnahme kann eine zunehmende Gesundheitsgefahr durch Feinstaub aus Holzheizungen ab 2012 abgewendet werden. Da aber bereits jetzt Öl- auf Holzheizungen mit öffentlichen Fördergeldern umgestellt werden und für diese Holzheizungen längere Lebenszeiten zu erwarten sind, sollten die oben genannten Mindeststandards schon ab 2008 zur Anwendung kommen, wenn Landeszuschüsse in voller Höhe gewährt werden. Ab 2012 sollten öffentliche Förderungen nur mehr gegeben werden, wenn die maximale Emissionskonzentration von Einzelöfen 10 mg/m³ und die von Zentralheizungen 5 mg/m³ bei der Prüfstandsmessung unterschritten hat.
Unterlagen zur Pressekonferenz:
Holzheizung: klimaschonend, aber gesundheitsgefährdend durch Feinstaub
Präsentation Manfred Neuberger
Endbericht: Forcierung von Holzheizungen im Inntal
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