Suche      Home      Kontakt      Sitemap      English

Vom Waldessen und Waldbrennen

Möglichkeiten und Grenzen der energetischen Nutzung von Biomasse



Können Wälder und Holzplantagen die weltweit steigende Nachfrage nach Biomasse für industrielle und energetische Nutzung nachhaltig befriedigen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Veranstaltung der Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Kommission für Entwicklungsfragen bei der ÖAW am 24. Oktober 2007.

"Die letzten Wochen haben gezeigt, dass in Europa nicht genug Getreide und Ölsaaten für die Herstellung von Biokraftstoffen zur Verfügung stehen, um die eingegangenen Verpflichtungen zur Beimengung von Biosprit zu Benzin und Diesel erfüllen zu können", erklärt Professor Gerhard Glatzel von der ÖAW.

Helfen könnten Biokraftstoffe der zweiten Generation, die aus Holzpflanzen hergestellt werden. Da in vielen Teilen Europas Abfallholz bereits erfolgreich für die Wärme- und Stromgewinnung verwendet wird, reichen die in Europa zur Verfügung stehenden Holzmengen jedoch nicht aus. Daher sollen Importe von Biokraftstoffen aus den Tropen helfen, die Lücken zu schließen. In den Tropen werden ausgedehnte ungenutzte Bodenflächen vermutet, die von billigen Arbeitskräften kultiviert werden können.

Flüssige Kraftstoffe aus Biomasse bieten gegenüber anderen Produkten den Vorteil, dass sie in Tanks gelagert und über große Strecken transportiert werden können. Allerdings sind in der letzten Zeit auch kritische Stimmen hinsichtlich Klimaschutzwirksamkeit, sozialer Verträglichkeit und Nachhaltigkeit laut geworden. Die Veranstaltung der ÖAW soll die Möglichkeiten und Grenzen der energetischen Verwendung von Biomasse aus verschiedenen Blickwinkeln, insbesondere auch dem von Entwicklungsländern darstellen und zur Diskussion stellen.

Gerhard Glatzel (ÖAW, Universität für Bodenkultur) wird die lange Geschichte der Nutzung von Waldbiomasse und den damit verbundenen Veränderungen von Waldböden und Waldökosystemen darstellen. Verena Winiwarter (ÖAW, Universität Klagenfurt) wird den Umstieg auf fossile Energieträger aus umwelthistorischer Sicht beleuchten.

Hans Papen (Institut für Metereologie und Klimaforschung - Atmosphärische Umweltforschung, Garmisch-Partenkirchen) wird sich mit der Frage auseinander setzen, ob Biokraftstoffe die in sie gesetzten, hohen Erwartungen hinsichtlich Klimaschutz überhaupt erfüllen können.

Rudy Rabbinge (Universität Wageningen, Niederlande) zeigt ein entwicklungspolitisches Problem auf: Er thematisiert die in Entwicklungsländern besonders deutliche Konkurrenz zwischen Lebensmittelproduktion für den Eigenbedarf und Biokraftstoffproduktion für die entwickelte Welt.

In einer abschließenden Diskussion wird erörtert, inwieweit Wälder und Holzplantagen die weltweit steigende Nachfrage nach Biomasse für industrielle und energetische Nutzung tatsächlich nachhaltig befriedigen können und ob die in sie gesetzten Erwartungen hinsichtlich der Klimaschutzwirksamkeit gerechtfertigt sind.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Veranstaltungsort ist der Festsaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien. Beginn: 14:00 Uhr. Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten.

Weitere Informationen


Kontakt:
DI Viktor Bruckman
Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postgasse 7-9, 1010 Wien
T +43 1 51581-3200
F +43 1 51581-3203
M +43 664 4259882
viktor.bruckman@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/kioes

Birgit Habermann
Kommission für Entwicklungsfragen
bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Postgasse 7-9, 1010 Wien
T +43 1 51581-3202
F +43 1 51581-3203
M +43 664 6127210
birgit.habermann@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/kef


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at