Josef Penninger erhält die Carus-Medaille
Auszeichnung für Beiträge zur Erforschung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Der Molekularbiologe Josef Penninger, Direktor des Wiener Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, erhält die Carus-Medaille der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.
Foto: © IMBA / point of view
Die Gelehrtengesellschaft würdigt damit seine grundlegenden Beiträge zur Erforschung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gemeinsam mit Josef Penninger wird auch der aus Österreich stammende Mediziner Guido Kroemer, Forschungsdirektor am INSERM in Villejuif (Frankreich), mit der Medaille ausgezeichnet. Der Festakt findet im Rahmen der Jahresversammlung der Leopoldina am 5. Oktober 2007 in Halle an der Saale statt.
Josef Penninger wurde 1964 in Oberösterreich geboren. Er studierte in Innsbruck Medizin und promovierte 1990 am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie bei Georg Wick. Seine Postdoktoranden-Ausbildung erhielt er am Ontario Cancer Institute in Toronto, Kanada. Nach Stationen als Forschungsgruppenleiter am Amgen Research Institute in Toronto und als Professor an der Universität Toronto ist er seit 2002 wissenschaftlicher Leiter des IMBA in Wien.
Gemeinsam mit seinem Team widmet sich Josef Penninger den molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung. Die Forschungsleistungen der Gruppe trugen wesentlich zum Verständnis der Pathogenese von Krebs, Autoimmunkrankheiten sowie von Erkrankungen des Herzens und des Bewegungsapparates bei und eröffnen neue kausale Strategien für deren Behandlung. Zu den wichtigsten Entdeckungen des Teams zählen die Identifizierung des SARS Koronarvirus-Rezeptors, die Aufklärung der durch Stress ausgelösten Signalkaskade, die genetische Erstbeschreibung des essenziellen Gens, das für Knochenschwund verantwortlich ist, die Aufklärung des Zusammenhangs zwischen bestimmten Tumorerkrankungen und dem Verlust von Knochenmasse, die Entdeckung eines die Schmerzwahrnehmung regulierenden Gens und die Aufklärung molekularer Mechanismen der Wundheilung.
Guido Kroemer erhält die Carus-Medaille für seine wegweisende Erforschung der Rolle der Mitochondrien bei der Regulation des programmierten Zelltods. Mit Josef Penninger verbinden ihn nicht nur gemeinsame Studienjahre in Innsbruck und eine persönliche Freundschaft, sondern auch eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere auf dem Gebiet der Biomedizin. In den Jahren 2000 bis 2006 war Kroemer der meistzitierte Immunologe in Europa, die Arbeiten Penningers lagen in diesem Zeitraum an dritter Stelle im europäischen Ranking. Josef Penninger wurde im April 2007 zum wirklichen Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt, Guido Kroemer zum korrespondierenden Mitglied.
Zur Carus-Medaille
Die Carus-Medaille der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina geht auf eine Stiftung aus dem Jahr 1864 zurück. Sie wird seit 1938 an zumeist junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für bedeutende naturwissenschaftliche oder medizinische Forschungsleistungen vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen etwa der Molekularbiologe Walter Schaffner (Zürich), der Evolutionsgenetiker Svante Pääbo (Leipzig) und die Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard (Tübingen).
Zu IMBA
Das IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kombiniert Grundlagen- und angewandte Forschung auf dem Gebiet der Biomedizin. Interdisziplinär zusammengesetzte Forschergruppen bearbeiten funktionsgenetische Fragen, besonders in Zusammenhang mit der Krankheitsentstehung. Ziel ist es, das erworbene Wissen in die Entwicklung innovativer Ansätze zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten einzubringen.
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