L'ORÉAL Österreich Stipendien
Erstmalige Verleihung am 19. November 2007
Am 19. November 2007 werden vier junge Grundlagenforscherinnen in einem Festakt in Anwesenheit von Bundesminister Dr. Johannes Hahn in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit einem L'ORÉAL Österreich Stipendium "For Women in Science" ausgezeichnet. Es sind dies die Physikerin Mag. Ute Amerstorfer vom Institut für Weltraumforschung der ÖAW (Graz), die Genetikerin Mag. Nana Naetar von der Medizinischen Universität Wien, die Biologin Mag. Dr. Corinna Wallinger von der Universität Innsbruck und die Mathematikerin Dipl. Ing. Dr. Rada-Maria Weishäupl von der Universität Wien.
Die Stipendien werden von L'ORÉAL Österreich in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften heuer erstmals vergeben und bedeuten einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Frauenkarrieren in Österreich. Wie aktuelle Zahlen über heimische Universitäten beweisen¹), bilden Frauen heute zwar bereits die Mehrheit der Absolventen naturwissenschaftlicher oder medizinischer Studienerreichen aber viel seltener Spitzenpositionen in der Forschung als ihre männlichen Kollegen.²) Daher bedarf es für Forscherinnen Ermutigung und Unterstützung am Beginn der Berufslaufbahn, damit der Wissenschaft nicht exzellente weibliche Talente und damit wichtiges Potenzial verloren gehen.
Zielsetzung, Anwendungsbereich, Auswirkung
Genau diese Ermutigung und Unterstützung bezwecken die neu geschaffenen Stipendien. Sie richten sich an Doktorandinnen oder Postdocs unter 40 Jahren und gehen über den Anwendungsbereich bestehender staatlicher Förderangebote hinaus. Denn neben der eigentlichen Projektfinanzierung können sie zur Projektausarbeitung, Überbrückung und Rückintegration nach einem Auslandsaufenthalt verwendet werden und füllen damit eine Lücke im System. Jedes Stipendium ist mit 15.000 Euro dotiert und hat eine Laufzeit von 6 bis 12 Monaten. Abgesehen von der Förderung weiblicher Forschungstalente wollen die L'ORÉAL Österreich Stipendien "For Women in Science" auch zur Bildung eines öffentlichen Bewusstseins für Qualität und Stellenwert der Forschung in Österreich beitragen. Diese ist die Basis für das künftige Wohl und den Fortschritt in unserem Land und Frauen spielen dabei eine wichtige Rolle, die bisher nicht immer ausreichend gewürdigt wurde.
Die L'ORÉAL Österreich Stipendien zeigen, wie "For Women in Science" konkrete Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Wissenschafterinnen bewirkt. So hat das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung angesichts der zahlreichen Bewerbungen die zwei ausgeschriebenen Stipendien auf vier verdoppelt und somit das Fördervolumen für Frauen in der Wissenschaft erhöht.
Hochkarätige Vergabejury
Die Stipendienanträge werden von einer unabhängigen Expertenjury beurteilt und nach dem Kriterium der Exzellenz vergeben. Jury-Vorsitzender ist der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Peter Schuster. Die Jury besteht aus den fünf wirklichen Akademie-Mitgliedern Marianne Popp (Vize-Präsidentin der UNESCO), Renée Schroeder (L'ORÉAL Special Honor Award For Women in Science 2001), Karl Sigmund, Georg Stingl und Anton Zeilinger.
Nationale Ausweitung eines internationalen Programms
Die L'ORÉAL Österreich Stipendien entstanden im Rahmen der internationalen Initiative "For Women in Science". Diese wurde 1998 von L'ORÉAL und UNESCO gegründet, um weltweit den Beitrag von Frauen für die Forschung zu würdigen, Karriere-Hindernissen abzubauen und junge weibliche Talente für die Forschung zu gewinnen. Bisher wurden rund 150 Frauen ausgezeichnet, darunter vier Österreicherinnen: Die Professorinnen Renée Schroeder und Andrea Barta sowie Dr. Andrea Hickel und Dr. Irene Maier.
"For Women in Science" wird offiziell von der EU-Kommission unterstützt. Bei der Verleihung am 19. November 2007 wird ein Grußwort von EU-Kommissarin Dr. Benita Ferrero-Waldner verlesen werden.
Frauenförderung ist gemeinsame Zielsetzung der Kooperationspartner
Die drei Kooperationspartner verbindet ein aktives Engagement für die Forschung und die gezielte Förderung von Frauen in diesem Bereich. L'ORÉAL ist als größtes Kosmetikunternehmen weltweit führend in der Forschung und investiert dafür jährlich mehr als eine halbe Milliarde Euro. 55 Prozent der 3.000 Mitarbeiter(innen) in der Forschung sind weiblich. L'ORÉAL ist auch in Österreich mit der Scientific Community vernetzt und kooperiert unter anderem mit heimischen Dermatologen und Pharmazeuten.
Auch für die UNESCO, zu deren Hauptprogrammen die Wissenschaft im Dienst der Entwicklung gehört, ist die Teilnahme der Frauen an wissenschaftlicher Forschung nicht nur ein wünschenswerter Gedanke, sondern eine absolute Notwendigkeit, so UNESCO-Generaldirektor Koïchiro Matsuura. Gabriele Eschig, Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission, betont die Bedeutung einer öffentlichen Würdigung im Rahmen der Stipendienvergabe: Die Sichtbarmachung der außerordentlichen Leistungen junger Forscherinnen ist ein besonders wichtiger Aspekt, da eine Vorbildwirkung für junge Frauen erzielt und ein Interesse an einer Karriere in der Forschung geweckt werden kann.
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften setzt mit der Kooperation einen erfolgreich begonnenen Weg in der Frauenförderung fort. Schon jetzt sind mehr als die Hälfte der ÖAW-Stipendiat(inn)en weiblich. Die Kooperation ist darüber hinaus Ausdruck eines modernen Wissenschaftsmanagements durch Vernetzung mit der privaten Forschung. "Es ist besonders wichtig, junge Wissenschaftlerinnen durch geeignete Förderung für die Forschung in der Mathematik, den Naturwissenschaften und der Medizin zu motivieren, da diese Disziplinen bisher stark männlich dominiert waren", erklärt Peter Schuster, Präsident der ÖAW.
1) Die Statistik des bm.wf. (Abt. I/9) aus 2/2007 weist für Gesamtösterreich folgende Frauenanteile bei den Studienabschlüssen des Studienjahres 05/06 aus: Humanmedizin 59 Prozent, Mathematik 50 Prozent, Physik 25 Prozent. Für die Universität Wien liegen für denselben Zeitraum Zahlen für Absolventen alle formal- und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen vor: der Frauenanteil betrug danach 59 Prozent.
2) Österreichweit beträgt 2007 der Anteil der Frauen an den Assistenten 31 Prozent, an den Professoren 11 Prozent. (Gesamtzahlen für alle Fakultäten aller Universitäten Österreichs ohne Musik- bzw. Kunstuniversitäten). Frauenanteile (Summe aus allen formal- und naturwissenschaftlichen Fakultäten) der Universität Wien für 2007: 30 Prozent Assistentinnen, 20 Prozent Dozentinnen, 5,5 Prozent Professorinnen.
Fotos der Stipendiatinnen zum Downloaden
Weitere Informationen zur Verleihung
www.forwomeninscience.com
Kontakt:
Dr. Alexandra Pifl
Corporate Communications
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