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03.05.2007

Einbürgerungspolitik im "neuen" Europa

Buchpräsentation "Citizenship Policies in the New Europe"



Im Rahmen des europäischen Exzellenznetzwerks IMISCOE (Immigration, Integration and Social Cohesion in Europe) organisierte das Institut für europäische Integrationsforschung (EIF) der ÖAW ein Forschungsseminar zum Thema Einbürgerungspolitik in den neuen Mitgliedsländern der EU und der Türkei. Die Ergebnisse wurden im Buch "Citizenship Policies in the New Europe" zusammengefasst. Die Präsentation findet am 4. Mai 2007 um 18:00 Uhr im Institut für die Wissenschaften vom Menschen, Spittelauer Lände 3, 1090 Wien, statt.

Das Buch "Citizenship Policies in the New Europe" ist die erste auf einem gemeinsamen Forschungskonzept beruhende Gesamtdarstellung der Einbürgerungspolitik im "neuen" Europa und zeigt die unterschiedliche Entwicklung dieses Politikfeldes in den neuen Mitgliedsländern.

"Während die Einbürgerungspolitik in den 'alten' EU-Ländern in den letzten zwanzig Jahren vor allem im Kontext der Einwanderung diskutiert wurde, ist sie in den neuen Mitgliedsstaaten vor allem von den Fragen der Wiedererrichtung der staatlichen Souveränität, der Einbeziehung einer großen Emigrantenbevölkerung beziehungsweise der Relation zu in Nachbarländern lebenden 'co-ethnischen' Bevölkerungsgruppen geprägt", erklärt Bernhard Perchinig vom Institut für europäische Integrationsforschung der ÖAW und Mitherausgeber des Buches.

Demgemäß knüpfen die Staatsbürgerschaftskonzepte in diesen Ländern deutlich stärker an "ethnischen" Zugehörigkeitsvorstellungen an, was in deutlichem Widerspruch zu den Liberalisierungen im Staatsbürgerschaftsrecht in den 1980er und 1990er Jahren in vielen "alten" EU-Staaten steht. Allerdings zeigt sich in den letzten Jahren auch in den "alten" EU-Ländern vielfach eine Tendenz zur Rückkehr zu stärker ethnisch-kulturell orientierten Staatsbürgerschaftskonzepten, so dass hier möglicherweise eine Angleichung der Paradigmen zu erwarten ist.

Das Buch "Citizenship Policies in the New Europe" schließt an die Ergebnisse des 2006 abgeschlossenen Projekts NATAC (Acquisition of Nationality in EU Member States: Rules, Practices and Quantitative Developments) im 6. Rahmenprogramm der EU an. NATAC wurde von Rainer Bauböck mit Unterstützung von Bernhard Perchinig und Wiebke Sievers (alle EIF) geleitet, fünf europäische Forschungsinstitute und achtzehn Wissenschaftler(innen) waren daran beteiligt. Ziel war die bisher detaillierteste und umfassendste Darstellung der Einbürgerungspolitik und -gesetzgebung in den "alten" 15 EU-Staaten. Die Ergebnisse wurden 2006 in zwei Bänden bei Amsterdam University Press publiziert.

IMISCOE ist ein europäisches Exzellenznetzwerk zur Bündelung der europäischen Migrationsforschung. Aktuell sind 22 europäische Institutionen und zwölf Länder daran beteiligt. Die ÖAW ist mit dem Institut für Stadt- und Regionalforschung und dem Institut für europäische Integrationsforschung vertreten.


Bibliographie:
Rainer Bauböck, Bernhard Perchinig, Wiebke Sievers (eds.): Citizenship Policies in the New Europe, 2007 Amsterdam, Amsterdam University Press.
Link

Rainer Bauböck, Eva Ersböll, Kees Groenendijk, Harald Waldrauch (eds.): Acquisition and Loss of Nationality. Policies and Trends in 15 European Countries, Two volumes, 2006 Amsterdam, Amsterdam University Press.
Link


Weitere Informationen zur Veranstaltung


Kontakt:
Dr. Bernhard Perchinig
Institut für europäische Integrationsforschung
Zentrum Sozialwissenschaften
Österreichische Akademie der Wissenschaften
M +43 650 2483224
bernhard.perchinig@oeaw.ac.at
www.eif.oeaw.ac.at


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