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Erdähnliche Planeten bei Zwergsternen

Habitabilitätsstudien im US-Fachblatt "Astrobiology"



Vor kurzem wurde ein erdähnlicher Planet innerhalb der "habitablen Zone" des roten Zwergsterns Gliese 581 entdeckt. Berechnungen deuten darauf hin, dass dieser 5-Erdmassen schwere Planet eine Oberflächentemperatur zwischen -3 und +40 Grad Celsius aufweist. In diesem Fall wäre es möglich, dass auf diesem Planet flüssiges Wasser an der Oberfläche vorhanden ist und somit auch Leben, wie wir es kennen, möglich sein könnte.

Allerdings sind die Parallelen zur Erde nicht so ausgeprägt, wie es auf den ersten Blick erscheint. So umkreist dieser Planet einen "Roten Zwergstern", dessen Strahlung um ein Vielfaches geringer ist als jene der Sonne. Die Distanz vom Mutterstern beträgt für den Orbit des neu entdeckten Planeten weniger als ein fünfzehntel der Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Ein von Dr. Helmut Lammer geleitetes internationales Wissenschaftlerteam veröffentlichte in der Februarausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift Astrobiology Habitabilitätsstudien von erdähnlichen Planeten bei Zwergsternen und fand heraus, dass "Space Weather"-Effekte sich wesentlich dramatischer auswirken als auf der Erde.

So werden Planeten, die sehr nahe an der Sonne stehen, direkt von stellaren koronalen Massenauswürfen getroffen. Durch diese gewaltigen Plasmaströme werden die Atmosphäre und der Wasserhaushalt eines solchen Planeten sehr stark beeinträchtigt. Außerdem emittieren Rote Zwerge über lange Zeiträume starke Röntgen- und extreme UV-Strahlung, wodurch sich die Atmosphäre aufheizt und verdampfen kann. Somit dürfte dieser Planet wohl keine nennenswerte Atmosphäre besitzen und dessen Oberfläche eher einer Marsähnlichen Steinwüste gleichen als dem blauen Planeten, auf dem wir leben.


Die Publikationen über die Habitabilität von M-Stern-Planeten können über die Webseite www.liebertonline.com (select Astrobiology) heruntergeladen werden.


Kontakt:
Dr. Helmut Lammer
T +43 316 4120-641
helmut.lammer@oeaw.ac.at

Dr. Maxim Khodachenko
T +43 316 4120-661
M +43 699 12009175
maxim.khodachenko@oeaw.ac.at

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