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23.11.2006

Nesseltiere - ein Sprungbrett für die Evolution?

Der Zoologe Thomas W. Holstein am 29. November 2006 in der ÖAW



Sie haben kein Blut, kein Herz und kein Gehirn und sie bestehen zu 99 Prozent aus Wasser. Dennoch haben die Nesseltiere (Seeanemonen, Quallen und Korallen) jeden Lebensraum unter Wasser erobert, von der Antarktis bis in die Tropen, von der Tiefsee bis ins Süßwasser. Ihre Fähigkeit zur Regeneration ist nahezu unbegrenzt. Neue Befunde aus der vergleichenden Genomforschung zeigen jetzt, dass diese mehr als 500 Millionen Jahre alten Organismen eine genetische Komplexität besitzen, die der von Wirbeltieren nahe kommt. Warum?

Schlüsselprozesse der embryonalen Entwicklung und Zelldifferenzierung sind tief in unserem Genom verankert und reichen in die Frühzeit der Evolution, als die ersten Nesseltiere entstanden. In seinem Vortrag "Nesseltiere - ein Sprungbrett für die Evolution?" im Rahmen der Karl von Frisch Lectures behandelt Thomas W. Holstein von der Universität Heidelberg am 29. November 2006 diesen fundamentalen Zusammenhang zwischen Evolution und Entwicklung. Der Vortrag findet um 18:15 Uhr im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt. Der Eintritt ist frei.

Thomas W. Holstein ist Direktor des Instituts für Zoologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Ihm gelang es erstmals, die Geschwindigkeit zu ermitteln, mit der die für Badende unliebsamen Quallen ihre Nesselfäden abschießen. Gemeinsam mit Kollegen entdeckte er bei Nesseltieren Gene, die noch bei heutigen Wirbeltieren eine maßgebliche Funktion besitzen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Friedrich G. Barth (ÖAW, Universität Wien). Thomas W. Holstein besucht am Tag nach seinem Vortrag im Rahmen der "Junior Academy" das Gymnasium Haizingergasse im 18. Wiener Gemeindebezirk. Bei dieser vom Staatschulrat für Wien organisierten Veranstaltung können Schülerinnen und Schüler in Kontakt mit internationalen Spitzenforschern treten und deren Fachgebiet näher kennen lernen.

Der nächste Vortrag der Karl von Frisch Lectures findet am 10. Jänner 2007 statt. Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik und Theater in Hannover wird sich mit dem Thema "Musik, Gehirn und Emotionen" auseinander setzen.


Programmhinweis:
Weitere Informationen zur Veranstaltung
Weitere Informationen zu den Karl von Frisch Lectures

Folder und Plakat zum Download:
Folder [PDF]
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