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17.11.2006

Jagd nach erdähnlichen Planeten eröffnet

Start der Raumsonde COROT am 21. Dezember 2006




Am 21. Dezember 2006 um 15:54 MEZ wird die französische Raumsonde COROT mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All starten. Mit an Bord sind auch die vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW in Kooperation mit dem Institut für Astronomie der Universität Wien entwickelten so genannten Boitiers Extracteur (BEX).

Foto: © CNES - Mai 2004/Illus. D. Ducros
Eine der Hauptaufgaben von COROT wird die Entdeckung weiterer extrasolarer Planeten sein. Die beteiligten Forscher aus mehreren europäischen Nationen hoffen, darunter erstmals auch erdähnliche Welten zu finden.

Der 4,2 Meter große und 670 Kilogramm schwere Satellit soll mit seinem 27-Zentimeter-Teleskop über eine Missionsdauer von zweieinhalb Jahren Helligkeitsschwankungen von tausenden Sternen studieren. Neben Helligkeitsschwankungen der Sterne selbst, aus denen man Rückschlüsse über deren inneren Aufbau ziehen kann, verursacht ein vor dem Zentralstern vorbeiziehender Planet - ähnlich einer Sonnenfinsternis - Änderungen der Helligkeit, aus denen man Bahnparameter und Masse des Planeten bestimmen kann.

Da man bei Beobachtungen vom Erdboden aus aufgrund von Störungen durch die irdische Atmosphäre rasch an die Grenzen des Machbaren stößt, weichen die Wissenschaftler mit COROT nun in den Weltraum aus, wo hochpräzise photometrische Beobachtungen durchgeführt werden können. Durch entsprechende Auswertung der Beobachtungen lassen sich Änderungen der Helligkeit in der Größe eines Millionstels nachweisen. Mit Hilfe von Farbinformation kann man Helligkeitsschwankungen des Zentralsterns von jenen durch vorbeiziehende Planeten unterscheiden.

Die Forscher hoffen, mit COROT Planeten bis hinunter zur zwei- bis dreifachen Größe der Erde nachweisen zu können. Damit wäre erstmals der Beweis der Existenz erdähnlicher Planeten in anderen Sonnensystemen erbracht.

Mit an Bord des Satelliten ist auch ein Computersystem aus Österreich. Das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat in Kooperation mit dem Institut für Astronomie der Universität Wien die so genannten Boitiers Extracteur (BEX) entwickelt. BEX filtert mit Hilfe spezieller Prozessoren, eine Eigenentwicklung des IWF, die wissenschaftlich interessante Information aus den umfangreichen Bilddaten.

Für alle Interessierten wird es wieder die Möglichkeit geben, am Institut für Weltraumforschung in Graz den Start von COROT live mitzuverfolgen.


Weitere Informationen zur Mission COROT


Kontakt:
Dr. Manfred Steller
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Institut für Weltraumforschung (IWF)
Schmiedlstr. 6
A-8042 Graz
T +43 316 4120-541
F +43 316 4120-490
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