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03.11.2006

Die neue Biologie der Organismen

Die Karl von Frisch Lectures 2006/07 starten am 15. November 2006



Nach dem großen Erfolg 2005/06 werden die Karl von Frisch Lectures der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zum Thema Biologie 2006/07 fortgesetzt. Und erneut will die ÖAW-Vortragsreihe Forschungsfronten der Biologie vorstellen, die ihre Fragen nicht primär aus einer molekularbiologischen, sondern aus einer komplexeren integrativen Sichtweise beziehen und versuchen, ganze Organismen und ihre Verhaltensweisen, ihre Evolution und das Meistern der speziellen Bedingungen ihres artgemäßen Lebens zu begreifen.

Die sechs Vorträge der Karl von Frisch Lectures 2006/07 werden sich unter anderem mit Fragen moderner Hirnforschung sowie Themen der Evolutionsbiologie befassen. Die für dieses Vorhaben gewonnenen international ausgewiesenen Experten werden zeigen, welch wichtige Rolle dem organismisch-integrativen Ansatz in der modernen Biologie zukommt und welch faszinierende Erkenntnisse wir ihm verdanken.

Die Karl von Frisch Lectures 2006/07 starten am 15. November 2006, 18:15 Uhr, mit dem Vortrag "Sehen mit den Ohren - singende Blüten" von Otto von Helversen, Universität Erlangen, über die akustische Gestaltwahrnehmung bei Blumenfledermäusen. Fledermäuse leben in einer "Hörwelt", die grundsätzlich andere Eigenschaften aufweisen muss als unsere menschliche "Sehwelt". Mit Hilfe ihres "Bildhörens" können sie sich in finsterer Nacht auch in einer hindernisreichen Umgebung - selbst im rasanten Flug - sicher bewegen. Sie können nicht nur Insekten im freien Luftraum detektieren, sondern auch Objekte wie Früchte und Blumen erkennen. Dabei nehmen sie selbst kleine Unterschiede zwischen Formen wahr und beachten Oberflächenstrukturen. Blumenfledermäuse sind für die Untersuchung dieser bisher weitgehend unverstandenen Leistungen besonders geeignete Versuchstiere.

Am 29. November 2006 erklärt Thomas W. Holstein von der Universität Heidelberg warum die Nesseltiere von großer Bedeutung für die Evolution sind. Am 10. Jänner 2007 stellt Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik und Theater in Hannover in seinem Vortrag "Musik, Gehirn und Emotionen" dar, wie Musik zu Tränen rühren oder es uns kalt über den Rücken laufen lassen kann. "Ordnung im Chaos - Kommunikation und Kooperation im Ameisenstaat" ist Thema des Vortrags von Bert Hölldobler, Universität Würzburg, am 31. Jänner 2007.

Am 14. März 2007 stellt Jens Frahm, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, die Magnetresonanz-Tomografie als ein Werkzeug vor, welches einzigartige Einblicke in die Anatomie und Funktion des menschlichen Gehirns vermittelt. Zum Abschluss der Vortragsreihe behandelt Norbert Elsner von der Universität Göttingen am 18. April 2007 in seinem Vortrag "Die Macht des Weiblichen" die Frage, warum das männliche Geschlecht trotz offenkundiger Nachteile für den Daseinskampf nicht selten exorbitante Anstrengungen unternimmt, um das weibliche Geschlecht zu beeindrucken.

Die Vortragsreihe wird von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien veranstaltet. Auch die bereits mehrjährige Kooperation mit dem Stadtschulrat für Wien wird fortgesetzt: Im Rahmen der "Junior Academy" diskutieren die Forscher am Tag nach ihren Vorträgen mit Schülerinnen und Schülern über ihre Forschung. Die Schüler(innen) habe so die Möglichkeit, in Kontakt mit der internationalen Forschungselite zu treten.

Die Vorträge finden im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt, Beginn ist jeweils 18:15 Uhr. Der Eintritt ist frei.


Weitere Informationen


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
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F +43 1 51581-1227
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