Gebirge als Indikatoren des globalen Wandels
Neue ÖAW-Forschungsstelle "Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt"
Mit 1. April 2006 nimmt die neue Forschungsstelle "Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Innsbruck unter der Leitung von Axel Borsdorf und seinem Stellvertreter Georg Grabherr ihren Betrieb auf.
Gebirgsräume sind sensible Indikatoren für den globalen Klimawandel, ihre über Jahrtausende gewachsenen Regionalkulturen sind jedoch auch der ökonomischen und kulturellen Globalisierung ausgesetzt. Die neue ÖAW-Forschungsstelle "Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt" setzt sich daher das Ziel, nicht nur Umfang und Wirkungsweise des globalen Wandels und seine Auswirkungen in Gebirgsräumen zu untersuchen, sondern auch Vorschläge für Strategien regionaler Nachhaltigkeit zu entwickeln. Zur Klimabeobachtung und Klimafolgenabschätzung wird das bereits bestehende Netzwerk hochmontaner Messstationen gepflegt und ausgebaut. Mehrere regionale Studien widmen sich der soziokulturellen und ökonomischen Globalisierungsproblematik in verschiedenen Gebirgsräumen der Erde.
In einem zweiten Arbeitsbereich untersuchen die Forscher und Forscherinnen die Wechselwirkung von Mensch und Umwelt. "Ressourcenschutz, nachhaltige Nutzung, die Anpassung von UNESCO-Biosphärenparks an die Sevilla Strategie, Naturgefahren und ihr Gefahrenpotential für Siedlung und Verkehr sowie nachhaltige Nahverkehrssysteme für Gebirgsräume werden in diesem Themenkreis in Projekten behandelt", sagt Axel Borsdorf.
Ein wichtiger Forschungsbereich ist die Entwicklung und Weiterentwicklung von Methoden des Monitoring, der Indikatorenbildung, der Geographischen Informationssysteme in Verbindung mit Fernerkundung sowie die Verbreitung mit neuartigen nutzergesteuerten web-basierten Informations- und Lernsystemen.
Die Forschungsstelle Gebirgsforschung geht aus der im April 2005 am ISR - Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW eingerichteten Arbeitsgruppe "Internationale Gebirgsforschung" hervor. Borsdorf: "Das Projektvolumen, der internationale Erfolg, aber auch die sich immer weiter spezialisierenden Fragestellungen der Arbeitsgruppe haben die ÖAW bewogen, diese Gruppe als Forschungsstelle zu verselbständigen."
Die Forschungsstelle ist in die EU-Projekte DIAMONT (Data Infrastructure for the Alps. Mountain Orientated Network Technology), VIADVENTURE (Via Alpina Development Venture), MONITRAF (Monitoring of Road Traffic Effects in the Alpine Space), ALPCITY (Local Endogeneous Development and Urban Regeneration in Small Alpine Cities) als Partner oder Expert eingebunden. EU-weite oder gar weltweite Forschungsnetzwerke bestehen für GLORIA, GLOCHAMORE und LANDMARKS. Finanziell unterstützt wird die neu gegründete Forschungsstelle durch das Land Tirol.
Kontakt:
O. Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf
Forschungsstelle Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt
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