Ein Tag als Teilchenphysiker
Die europäischen Masterclasses gehen in die zweite Runde
Am 10. März 2006 haben am Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) 21 Schülerinnen und Schüler im Rahmen der European Particle Physics Masterclasses die Möglichkeit, einen Tag lang Elementarteilchenphysiker(in) zu sein.
Europaweit nehmen rund 3000 Schülerinnen und Schüler in etwa 60 Masterclasses teil. Aus Österreich beteiligen sich neben dem HEPHY das Institut für Theoretische Physik der Universität Wien und das Institut für Physik der Universität Graz.
Vorwissen ist keines erforderlich. Die Einschulung erfolgt vor Ort: Die Schüler(innen) erfahren was Quarks und Leptonen sind, wie sie mit Teilchenbeschleunigern hergestellt und mit Detektoren sichtbar gemacht werden können. Dann werten sie echte experimentelle Daten des am Teilchenforschungszentrum CERN (Genf) durchgeführten Experiments OPAL aus. Zum Abschluss des Tages diskutieren sie ihre Ergebnisse in einer von CERN moderierten Videokonferenz mit anderen europäischen Teilnehmer(innen).
"Ich halte immer wieder Vorträge über Elementarteilchenphysik an Schulen und bin regelmäßig überrascht - und erfreut! - über das große Interesse und die Begeisterung der Schüler und Schülerinnen für diese Themen modernster Forschung", sagt Laurenz Widhalm, Mitarbeiter des HEPHY und österreichischer Koordinator der Masterclasses. "Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, den jungen Menschen Einblick in unseren "Elfenbeinturm" der Forschung zu geben - und ihnen gleichzeitig auch die Bedeutung europäischer Kooperation zu vermitteln."
Die Masterclasses wurden anlässlich des Weltjahres der Physik 2005 von der European Particle Physics Outreach Group (EPPOG) ins Leben gerufen. Sie wurden für den European Descartes Prize for Excellence in Science nominiert. Aufgrund der sehr positiven Resonanz finden sie auch heuer wieder statt: Vom 6. bis 21. März 2006 öffnen rund 60 Forschungseinrichtungen aus 18 europäischen Ländern den Schülern und Schülerinnen ihre Labors und geben Einblick in ihre tägliche Forschungsarbeit.
Die Teilnahme an den europäischen Masterclasses ist nur ein Teil der Vermittlungsarbeit des Instituts für Hochenergiephysik. Schon seit einigen Jahren reist eine Wanderausstellung durch Österreich und wird dabei vor allem in Schulen präsentiert. Im Rahmen dieser Ausstellungen finden Vorträge namhafter österreichischer Wissenschaftler(innen) statt, die sich nicht nur an Schüler(innen), sondern in der Form von Abendvorträgen auch an interessierte Eltern richten. Für Physiklehrer(innen) gibt es in unregelmäßigen Abständen Seminare, die sie auf den neusten Stand der Forschung bringen; zur Unterstützung ihres Unterrichts werden Materialien auf CD angeboten.
Das Institut beteiligt sich auch an einer Plattform im Internet www.teilchen.at auf der direkt von den forschenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen geschriebene Artikel zu interessanten aktuellen Themen zu finden sind, und junge Wissenschaftler(innen) als "Kopf des Monats" Gelegenheit haben, sich und ihre Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Kontakt:
Dr. Laurenz Widhalm
Institut für Hochenergiephysik
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Nikolsdorfer Gasse 18
A-1050 Wien
T +43 1 5447328-33
Laurenz.Widhalm@oeaw.ac.at
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