Stressbewältigung bei Pflanzen
Netzwerkprojekt zur Langzeitwirkung von Stress auf Pflanzen
Die Genomforschungsinitiative GEN-AU fördert mit 1,35 Millionen Euro ein Netzwerkprojekt, das sich mit der Langzeitwirkung von Stress auf Pflanzen beschäftigt.
Im Rahmen des Projekts "Lasting effects of abiotic stress in plant genomes and their potential for breeding strategies" werden Forscher und Forscherinnen des Gregor Mendel-Instituts für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Universität Wien und der Universität für Bodenkultur die Langzeiteffekte von abiotischem Stress auf pflanzliche Genome und deren Potential für die Pflanzenzüchtung erforschen.
Pflanzen sind die wichtigsten und grundlegenden Nahrungsquellen. "Aufgrund globaler Klimaveränderungen und deren langfristigen Konsequenzen wie Extremtemperaturen, erhöhte UV-Strahlung und Trockenheit sind Pflanzen wegen ihrer sesshaften Lebensweise besonders zur Anpassung gezwungen", erklärt Ortrun Mittelsten Scheid vom GMI. Sie haben deshalb spezielle Strategien entwickelt, auf Umweltveränderungen zu reagieren.
Dazu gehören kurzfristige Abwehr- und Ausgleichsreaktionen, aber auch langfristige Anpassungen. Die letzteren können entweder in der DNA kodiert (genetische Veränderungen) oder durch Faktoren markiert sein, die den Zugriff auf die DNA regeln (epigenetische Markierungen). "Das Projekt wird die Auswirkungen von verschiedenen Stressbedingungen auf diese vererbbaren Eigenschaften untersuchen", sagt Ortrun Mittelsten Scheid vom GMI.
Die Forscherinnen und Forscher werden die genetische und epigenetische Vielfalt der repräsentativen Pflanzenart Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand) unter akutem und chronischem Stress erforschen. Es soll außerdem aufgeklärt werden, ob Umweltveränderungen die Variationsbreite des genetischen Materials in späteren Generationen erhöht. "Diese könnte gegebenenfalls für Pflanzenzüchtungsprogramme genutzt werden", so Mittelsten Scheid.
Das Projekt ist eines von acht vom Wissenschaftlichen Beirat zur Förderung empfohlenen und vom bm:bwk bewilligten Verbundprojekte. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird mit 1,35 Millionen Euro unterstützt. Projektstart ist voraussichtlich April 2006. Seitens des GMI sind die Forschungsgruppen um Werner Aufsatz, Claudia Jonak, Ortrun Mittelsten Scheid und Karel Riha beteiligt. Projektpartner sind die Gruppe um Heribert Hirt von der Universität Wien sowie die Gruppen um Marie-Theres Hauser und Christian Luschnig (Koordination) von der Universität für Bodenkultur.
Kontakt:
Dr. Ortrun Mittelsten Scheid
Gregor Mendel-Institut
Dr. Bohr-Gasse 3
A-1030 Wien
T +43 1 79044-9830
ortrun.mittelsten_scheid@gmi.oeaw.ac.at
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