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Europas Seen werden wärmer

Temperaturanstieg bis in die tiefen Schichten




Europas Seen werden bis in die tiefen Schichten hinab wärmer. Das ist eines der Ergebnisse des EU-Projekts CLIME (Climate and Lake Impacts in Europe) unter Beteiligung des Instituts für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Mondsee. Mit weitreichenden Konsequenzen auf das Ökosystem See: Die Algen nehmen zu, die Wasserqualität sinkt.

Bild: Der Mondsee im oberösterreichischen Salzkammergut
Im Rahmen des Projekts CLIME im 5. Rahmenprogramm der EU untersuchten Forscher und Forscherinnen den Einfluss klimatischer Veränderungen auf die Temperaturen in tiefen Schichten europäischer Seen. Im Schnitt stellten die Wissenschaftler(innen) in den letzten zwei bis fünf Jahrzehnten einen Temperaturanstieg von 0,1 bis 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt fest.

"Das entspricht konservativ geschätzt für 100 Jahre einem Anstieg der Temperatur von einem Grad Celsius", sagt Martin Dokulil vom ÖAW-Institut für Limnologie, der mit seinem Team Langzeitdaten u. a. vom österreichischen Mondsee analysierte. Dadurch können sich mittelfristig die Sauerstoffverhältnisse im Tiefenwasser verschlechtern sowie die Mischungsvorgänge im Gewässer verändern. Beides hätte nachteilige Folgen für die Biologie der Seen, vor allem für die Fische.

Untersucht wurden Flachland- ebenso wie Alpine Seen. Alpine Seen wie der Mondsee reagieren auf sich ändernde Umweltbedingungen sehr sensibel und eignen sich daher besonders zum Monitoring von Klimaveränderungen. Der Temperaturanstieg in den tiefen Schichten dürfte erst in den letzten Jahrzehnten begonnen haben: "Daten vom Mondsee und anderen österreichischen Bergseen wie dem Hallstättersee weisen auf keine signifikanten Temperaturänderungen vor den 1940er-Jahren hin", erläutert Dokulil.

CLIME

Das EU-Projekt CLIME (Laufzeit: 2003-2005) im 5. Rahmenprogramm der EU war ein Folgeprojekt von REFLECT (Response of European Freshwater Lakes to Environmental and ClimaTic change). Wissenschaftler(innen) und End-Nutzer aus dem Bereich Wasserwirtschaft aus zehn Ländern (Deutschland, England, Estland, Finnland, Irland, Österreich, Schweden, Schweiz, Ungarn, USA) waren beteiligt.

Im Zuge von CLIME wurden direkte und indirekte Einflüsse von Wetterveränderungen auf europäische Seen bewertet. Eines der Hauptziele von CLIME war die Entwicklung mathematischer Modelle zur Simulation der Auswirkungen von Wetteränderungen sowohl für die Zukunft als auch die Vergangenheit. Diese Modelle basieren auf Langzeitbeobachtungen an einer Vielzahl von Gewässern in Europa und sollen der Vorhersage des Einflusses künftiger Wetterstörungen dienen.


Weitere Informationen zu CLIME


Kontakt:
Prof. Dr. Martin Dokulil
Institut für Limnologie
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Mondseestrasse 9
A-5310 Mondsee
T +43 6232-3125-34
M +43 664 3371294
F +43 6232-3578
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