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11.08.2006

Auf der Suche nach extrasolaren Planeten

Startvorbereitung für die Mission COROT




Die beiden wissenschaftlichen Ziele der Mission COROT (Convection, Rotation and Planetary Transit) sind seismologische Untersuchungen an Sternen und die Suche nach extrasolaren Planeten. Mit COROT, einem weltraumgestützten Teleskop, wird man erstmals in der Lage sein auch Planeten mit fester Oberfläche, deutlich kleiner als die bereits bekannten Gasriesen, zu entdecken.

Foto: © Alcatel Alenia Space/JL Bazile 2006
Über eine Missionsdauer von drei Jahren wird das Teleskop das Schwingungsverhalten von tausenden Sternen studieren und daraus die interne Struktur und das Alter bzw. die chemische Zusammensetzung bestimmen. Die Suche nach extrasolaren Planeten basiert auf der so genannten Transitmethode. Vor dem Zentralstern vorbei ziehende Planeten führen zu Helligkeitsschwankungen, die zur Bestimmung der Bahnparameter und der Masse verwendet werden.

Für beide Fragestellungen, Astroseismologie und Exoplanetologie, werden von COROT hochpräzise photometrische Beobachtungen durchgeführt. Durch entsprechende Auswertung der Beobachtungen lassen sich Änderungen der Helligkeit in der Größe eines Millionstels nachweisen. Mit Hilfe von Farbinformation kann man Helligkeitsschwankungen des Zentralsterns von jenen durch vorbeiziehende Planeten unterscheiden.

Das COROT Instrument baut auf der französischen Satellitenplattform PROTEUS auf und erreicht trotz seiner Klassifizierung als Minisatellit die stattliche Höhe von vier Metern und mit ausgeklappten Sonnenpanelen eine Spannweite von mehr als neun Metern. Mit an Bord des etwa 600kg "leichten" Minisatelliten ist auch ein Computersystem aus Österreich. Das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat in Kooperation mit dem Institut für Astronomie der Universität Wien die so genannten Boitiers Extracteur (BEX) entwickelt. BEX filtert mit Hilfe spezieller Prozessoren, eine Eigenentwicklung des IWF, die wissenschaftlich interessante Information aus den umfangreichen Bilddaten. Die Entwicklung und der Bau des österreichischen Beitrags wurden von bm:bwk und bm:vit finanziert.

Diese Woche wurden die Tests des Satelliten erfolgreich beendet und die Abdeckung des Teleskops, welche die empfindliche Optik vor Verunreinigung durch Staub schützt, verschlossen. Diese wird erst bei der Inbetriebnahme des Teleskops im Orbit wieder geöffnet. COROT wird Ende November an Bord einer Trägerrakete vom Typ Sojus vom Weltraumbahnhof Baikonur abheben und in einem polaren Orbit in 900km über der Erde seinen endgültigen Arbeitsplatz erreichen.


Weitere Informationen zur Mission COROT


Kontakt:
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Public Relations
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