Konflikte um das soziale Gedächtnis
Internationale Holocaust-Konferenz am 24. und 25. April 2006
Vom 24. bis 25. April 2006 findet in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eine internationale Konferenz zum Thema "Overlapping Histories - Conflicting Memories. The Holocaust and the Cultures of Remembrance in Central and Eastern Europe" statt. Zu den Vortragenden zählt der bedeutende Shoah-Historiker Yehuda Bauer.
Markiert Gedächtnis eine neue, kulturelle Trennlinie in EU-Europa? Eine Differenz der Erinnerungskulturen, die die Grenzen zwischen West- und Osteuropa reproduziert? Ein Blick auf den nach wie vor ausgetragenen Kampf um die Erinnerung in den Ländern des ehemals kommunistischen Herrschaftsbereichs legt dies nahe: Die Opfer der kommunistischen Diktatur stehen vielfach im Vordergrund gesellschaftlicher Erinnerung, die Opfer der NS-Gewaltherrschaft werden hingegen den deutschen Machthabern zugeschrieben, gehören nicht zur "eigenen" Geschichte. Währenddessen ist in den letzten Jahrzehnten in vielen westeuropäischen Staaten (und darüber hinaus) die Frage der "guilt of nations", der Mitverantwortung an den Verbrechen des NS-Regimes und vor allem am Holocaust zur Signatur des kollektiven Gedächtnisses geworden.
Diese Konstellation bildet den Ausgangspunkt der internationalen Tagung "Overlapping Histories - Conflicting Memories. The Holocaust and the Cultures of Remembrance in Eastern and Central Europe", die vom 24. bis 25. April 2006 im Hauptgebäude der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien, stattfindet. Die Konferenz wird von der Austrian Delegation der Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research (ITF) in Kooperation mit der ÖAW, Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, veranstaltet.
Zu den Vortragenden zählen Experten und Expertinnen aus Europa, vor allem aus den neuen EU-Mitgliedsländern in Osteuropa, sowie aus Israel. Yehuda Bauer (Yad Vashem, International Institute for Holocaust Research; Institute of Contemporary Jewry, Hebrew University, Jerusalem; ITF) spricht am Montag, 24. April 2006, 17:15 Uhr, zum Thema "Das Gedenken an die Shoah - eine Herausforderung für die Gegenwart und Zukunft". Der israelische Historiker ist einer der international bedeutendsten Holocaust-Forscher.
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