1600 Jahre armenische Schrift
Internationales Symposium an der ÖAW
Offiziell wurde die armenische Schrift im Jahr 406 vom Heiligen Matoc geschaffen. Zum 1600-Jahr-Jubiläum findet als offizieller Beitrag Österreichs vom 1. bis 4. Dezember 2005 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) das internationale Symposium "Die Entstehung der kaukasischen Alphabete als kulturhistorisches Phänomen" statt.
Im Rahmen des Symposiums wird die Schöpfung der armenischen Schrift von internationalen Experten in einem umfassenden Zusammenhang untersucht und erforscht. Die Entstehung und die Entwicklung des georgischen und des albanischen Alphabets werden miteinbezogen und gegenseitige Verbindungen aufgezeigt. Im Vordergrund steht die Frage des Entstehungszeitpunkts der jeweiligen Schriften: "Dieser dürfte aufgrund des neuesten Forschungsstandes nicht so weit auseinander liegen wie früher angenommen", sagt Werner Seibt, stellvertretender Obmann der Kommission für Byzantinistik der ÖAW und Mitorganisator des Symposiums.
Die frühesten Denkmäler in diesen Schriften und die ersten Etappen der Entwicklung eigener Literaturen werden ebenfalls diskutiert. "Die Erfindung der Schrift war eng mit der christlichen Missionierung verknüpft", erklärt Werner Seibt. Übersetzungen der Bibel sowie der Liturgie gehörten demzufolge zu den ersten Schriftwerken. "Auch für die Entwicklung einer spezifischen nationalen Identität dieser Völker war die neue Schrift ein wesentliches Element, das aber verschieden stark wirkte - und etwa im Fall der Albaner den weitgehenden Untergang dieser Kultur nicht verhindern konnte."
Rund 120 Teilnehmer aus Armenien, Georgien, Azerbajdschan, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, der Slowakei, Griechenland, Russland und der Ukraine nehmen an dem Symposium teil. "Durch die fruchtbare Konfrontation und Diskussion von Armeniern, Georgiern und Azerbajdschanern, von Armenologen, Georgisten und Albanologen erwarten wir uns einen greifbaren wissenschaftlichen Fortschritt zur Klärung der Entstehung der Schriften", so Werner Seibt.
Der armenische Katholikos-Patriarch Karekin II. eröffnet das Symposium. Kardinal Christoph Schönborn spricht ein Grußwort. Veranstaltet wird das Symposium von der Kommission für Byzantinistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, vom Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien und der Österreichisch-armenischen Studiengesellschaft.
Weitere Informationen
Kontakt:
Prof. Dr. Werner Seibt
Postgasse 7/1/3
A-1010 Wien
T +43 1 51581-3430
F +43 1 4277-9410
Werner.Seibt@oeaw.ac.at
Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at

