Quantenmechanik für Albert Einstein
Im Rahmen der Einstein Lectures der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften (ÖAW) spricht der berühmte Physiker und Mathematiker
Roger Penrose am 25. Mai 2005 in Wien
Albert Einstein hatte Zeit seines Lebens Probleme mit der Interpretation der Quantenmechanik, wie sie von der Kopenhagen-Göttinger Schule um Niels Bohr geprägt wurde. Die Quantenmechanik stellt den Wahrscheinlichkeitsbegriff und den Zufall in den Mittelpunkt der Betrachtung. Damit konnten sich Albert Einstein und andere "Realisten" nicht wirklich anfreunden. Sie versuchten die Quantenmechanik in diesen Punkten zu vervollständigen. Geglückt ist das bisher nicht. Doch weisen Forscher immer wieder auf scheinbare Widersprüche hin, die sie experimentell aufklären wollen. Roger Penrose ist ein Exponent dieser Gruppe, die nach einem tieferen Verständnis der Quantenmechanik im Speziellen und einer umfangreicheren Naturerkenntnis im Allgemeinen suchen.
Im Zuge der Einstein Lectures hält der berühmte Physiker und Mathematiker am Mittwoch, dem 25. Mai 2005 um 19:30 Uhr den Vortrag "Is quantum mechanics 'incomplete' and do Einstein's principles help complete it?" Darin wird Roger Penrose darlegen, dass es einen Widerspruch zwischen den Prinzipien von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und jenen der Quantenmechanik gibt, dessen Überwindung unter anderem zu einer Lösung von Schrödingers "Katzenparadoxon" führen könnte.
In der Standard-Quantenmechanik ist jede Überlagerung zweier stationärer, massiver Systeme gleicher Energie ebenfalls ein stationäres System. Wenn man jedoch Einsteins Standpunkt einnimmt, dass der "Freie Fall" der natürliche Grundzustand ist, folgt, dass eine massive Überlagerung zu einer unerlaubten Überlagerung von verschiedenen Vakuen führt. Das kann aufgelöst werden, wenn die so erzeugte Überlagerung in einen der beiden Zustände in einer Zeitskala zerfällt, die auf der Basis des Betrags der Massenabweichung zwischen den zwei Zuständen berechnet werden kann. Roger Penrose wird vom aktuellen Stand eines Experiments berichtet, welches die physikalische Gültigkeit dieser Schlussfolgerung prüfen soll.
Als Physiker ist Roger Penrose der Fachwelt durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Kosmologie - wo er mit Stephen Hawking zusammengearbeitet hat - sowie der Quantenmechanik bekannt. Als Mathematiker inspirierte er mit seinem Penrose-Dreieck den niederländischen Grafiker M.C. Escher. Seine populärwissenschaftlichen Arbeiten umfassen Bücher wie "Computerdenken" oder "Schatten des Geistes".
Der Physiker Helmut Rauch von der Technischen Universität Wien moderiert die Veranstaltung. Am Tag des Vortrags besucht Roger Penrose im Rahmen der "Junior Academy" das Gymnasium Feldgasse in Wien Josefstadt. Die vom Stadtschulrat für Wien organisierte "Junior Academy" soll Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit geben, führende internationale Forscher kennen zu lernen und mit ihnen zu diskutieren.
Wie schon die bisherigen Einstein Lectures wird auch dieser Vortrag als ÖAW AUDIOlecture auf der Webseite der ÖAW abrufbar sein.
Die nächste Einstein Lecture findet am 28. September 2005 statt. Frank Schweitzer von der ETH Zürich wird über das Thema "Von der Brownschen Bewegung zur Dynamik biologischer und sozialer Gruppen" sprechen.
Die Einstein Lectures werden von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien und der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft veranstaltet. Sie finden im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt. Der Eintritt ist frei.
Programmhinweis:
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