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24.05.2005

Expedition in die Arktis

Fortsetzung einer erfolgreichen österreichisch-kanadischen Forschungs- kooperation:  Im Rahmen des ÖAW-Projekts "High Arctic" bricht ein   erfahrenes  Forscherduo zum Lake Hazen in die Arktis auf



In den ersten beiden Juniwochen 2005 wird es für die beiden Polarforscher Dr. Günter Köck von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Zoologe an der Universität Innsbruck und seinen kanadischen Kollegen Charles Talbot vom National Freshwater Research Institute in Burlington, Canada
(www.nwri.ca) wieder eisig kalt. Sie brechen zu einer Arktis-Expedition zum größten See nördlich des Polarkreises, zum Lake Hazen in 800 Kilometer Entfernung vom Nordpol auf. Köck und Talbot setzen damit eine seit 1997 sehr erfolgreich verlaufende österreichisch-kanadische Forschungskooperation fort, die zum Großteil aus Mitteln der ÖAW finanziert wird. Der See, der ungefähr so groß wie der Bodensee ist, liegt im nördlichsten Nationalpark der Welt (Ellesmere Island National Park Reserve). Im Rahmen des ÖAW-Projekts "High Arctic" werden bei der diesjährigen Expedition Sedimentproben von der tiefsten Stelle des Sees in etwa 270 Metern Tiefe genommen. Köck und Talbot werden weiters Wasserproben auf ihre Schadstoffbelastung untersuchen und nicht zuletzt die im Vorjahr begonnene Tiefenkarte des Sees mittels GIS-Software mit neuen Messpunkten ergänzen.

Anfang Juni, wenn der See noch mit einer zweieinhalb bis drei Meter dicken Eisschicht bedeckt ist und die Lufttemperatur nicht über zehn Grad Minus hinaus kommt, können die Forscher unter Wasser unabhängig von Wind und Wetter die Proben entnehmen. An der Oberfläche müssen sie - abgesehen von den unwirtlichen Temperaturen - mit orkanartigen Winden und alles in Weiß tauchendem Nebel zurechtkommen.

Die aus dem Arktis-Projekt der ÖAW gewonnenen Daten bilden die Basis für die Bearbeitung des Sees als wertvolles Klima-Archiv. "Die Analyse der einzelnen Sedimentschichten ermöglicht sehr genaue Aussagen über den Temperaturverlauf und die Schadstoffbelastung der letzten Jahrhunderte" , erklärt Projektleiter Günter Köck. Die im Rahmen von "High Arctic" gewonnen Daten stehen auch für Modellrechnungen der langfristigen Klima- und Schadstoffforschung zur Verfügung. Da die Tiefenkartierung auch für die kanadische Nationalparkverwaltung sowie für andere Forschungsdisziplinen von großem Interesse ist, unterstützen "Parks Canada", das "Polar Continental Shelf Project" und das "Northern Contaminants Program" ebenfalls die Arbeiten von Günter Köck und Charles Talbot.

Die ÖAW ist mit "High Arctic", einem Teil ihres Global Change-Programms, in das internationale Geosphere Biosphere Programme eingebunden und leistet so einen wichtigen Betrag zur weltweiten Global Change-Forschung. Günter Köck hofft auf eine Fortsetzung des ÖAW-Engagements in der Arktis-Forschung auch aus historischen Gründen: "Für 2007/08 ist das 4. Internationale Polarjahr geplant, dessen erste Auflage 1882/83 vom Österreicher Karl Weyprecht initiiert wurde. Im Rahmen dieses ersten Internationalen Polarjahres wurde übrigens Lake Hazen durch eine amerikanische Expedition entdeckt."


Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Günter Köck
Nationale und internationale Forschungsprogramme
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1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
T +43 1 51581-1271
F +43 1 51581-1275
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Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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