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Das Altern gestalten

Das ÖAW-Symposium "Altern ist Leben" setzt Impulse für Wissenschaft  und Gesellschaft: gefragt ist eine Kultur der Langlebigkeit



Die Medizin, aber auch Sozial- und Kulturwissenschaften sind gefordert, wenn es darum geht, die Lebensqualität im Alter zu erhalten. Beim Symposium "Altern ist Leben", das die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) vom 10. - 12. März 2005 veranstaltet, werden Erkenntnisse aus den betreffenden Wissenschaftsdisziplinen vorgestellt, die Wege zu den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten der "späten Jahre" aufzeigen sollen. Für den Soziologen Leopold Rosenmayr, den Initiator und wissenschaftlichen Leiter des Symposiums ist es wichtig, eine Kultur der Langlebigkeit zu fördern, die von der Wissenschaft unterstützt, von der Gesellschaft aber getragen wird. Das Symposium steht unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer.

Symposiumsbeiträge aus den Sozialwissenschaften beinhalten Themen wie den Strukturwandel der Bevölkerung durch Langlebigkeit und, daraus resultierend, Fragen der ökonomischen Vorsorge und Maßnahmen der Pflege. Die UN prognostiziert europaweit einen Anstieg über 60-Jähriger von 147 Millionen im Jahr 2000 auf 220 Millionen im Jahr 2050. Wie dieser Wandel in der Altersstruktur das gesellschaftliche Gefüge beeinflussen wird, erörtert Wolfgang Lutz vom ÖAW-Institut für Demographie. Gunther Tichy vom ÖAW-Institut für Technikfolgenabschätzung fragt nach den Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine kostendeckende Vorsorge für das späte Leben.

Medizinische Aspekte des Alternsprozesses betreffen nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Mike Martin, Gerontopsychologe an der Universität Zürich, geht den psychologischen Dimensionen der Gesundheit im Alternsprozess nach. Der mögliche Wandel der Persönlichkeit im Zuge des Alterns ist Thema des Beitrags des Psychologen Andreas Kruse, Universität Heidelberg. Der Mediziner Johannes Huber, Medizinische Universität Wien, beleuchtet die Chancen und Grenzen der Beeinflussung von Alternsprozessen. Beatrix Grubeck-Loebenstein vom ÖAW-Institut für Biomedizinische Alternsforschung berichtet über aktuelle Schwerpunkte ihres Forschungsinstituts. Einer davon liegt in der Erforschung des alternden Immunsystems. Die schwächer werdenden Abwehrkräfte bewirken beispielsweise, dass Impfungen im Alter weniger gut und lange wirken als bei jüngeren Menschen.

Über Zeitspannen und kulturelle Grenzen hinweg ist das Bild des Alters und des Alterns kein gleich bleibendes. Den Wandel und verschiedene Aspekte zeigen Wissenschafter und Wissenschafterinnen im Rahmen des Symposiums anhand von Beispielen aus der Kulturgeschichte, der Literatur und der Malerei auf. Elisabeth Herrmann-Otto, Universität Trier, geht den spätantiken Ursprüngen für christliche Modelle des Alterns nach. Susanne Formanek vom ÖAW-Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens erweitert den westlichen Blick auf das Alter um fernöstliche Bilder und Symbole des Alters.

Eröffnet wird das Symposium am 10. März 2005, um 17:30 Uhr, mit einer "Lesung und Erörterung" von Peter Turrini unter dem Motto "Nie zu spät".

Veranstaltungsorte:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, Festsaal
(Eröffnungsveranstaltung am 10. März 2005, 17:30 Uhr)

1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19, Theatersaal
(Vorträge und Diskussionen am 11. und 12. März 2005)

Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei. Für die Eröffnungsveranstaltung wird um Anmeldung gebeten (e-mail: martina.milletich@oeaw.ac.at).

Programm und weitere Informationen unter:
http://www.oeaw.ac.at/deutsch/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_3503.html

Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1235 F +43 1 51581-1227
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