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Exotische Atome - exzellente Werkzeuge in der subatomaren Physik

ÖAW-Institut veranstaltet internationale Konferenz zu Sonderformen  der Materie




Das Stefan Meyer Institut für subatomare Physik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) organisiert die international führende Konferenz zu Exotischen Atomen in Wien. Vom 21. bis 25. Februar 2005 werden mehr als 150 Kern- und Teilchenphysiker im Theatersaal der ÖAW die außergewöhnlichen Möglichkeiten diskutieren, die exotische Atome bei der Erforschung von Materie und Antimaterie bieten. "Exotische Atome dienen Physikern als Modellsysteme: An ihnen können sie die fundamentalen Wechselwirkungen in Atomen ebenso studieren, wie die subtilen Unterschiede zwischen Materie und Antimaterie", umreißt Eberhard Widmann, Direktor des Stefan Meyer Instituts, die Bedeutung dieser Sonderformen der Materie. Im Rahmen der Konferenz präsentiert Paul Kienle, Vorgänger von Eberhard Widmann als Direktor des Instituts, die Faszination dieses Forschungsgebiets in einem öffentlichen Vortrag. Am Dienstag, dem 22. Februar 2005 um 18:30 Uhr spricht er im Theatersaal der ÖAW zum Thema "Exotische Atome - Rosen aus dem Blumengarten der subatomaren Physik".

Exotische Atome als Modellsysteme
Mit dem Begriff "exotische Atome" bezeichnet man Atome, deren Aufbau vom üblichen Schema (Protonen und Neutronen im Kern, Elektronen in der Hülle) abweicht. So enthalten beispielsweise exotische Atome, die in der Natur als Bestandteile der kosmischen Höhenstrahlung vorkommen, anstatt eines Elektrons ein deutlich schwereres Myon. Kernphysiker können exotische Atome nach Maß herstellen. Sie ersetzen einzelne Bausteine der Atome durch exotische Teilchen und analysieren, wie fundamentale Wechselwirkungen (die schwache und die starke Kernkraft sowie der Elektromagnetismus) sich im Atom-Verbund verhalten.

Auf der Suche nach dem kleinen Unterschied

Exotische Atome eignen sich aber ebenso dazu, die Eigenschaften von Antimaterie, einer "Spiegelbild-Materie" zu untersuchen. Diesem Gebiet wird auf der diesjährigen Konferenz breiter Raum gewidmet. Bislang ungelöst ist die Frage, warum sich Antimaterie und Materie nicht kurz nach ihrer gemeinsamen Entstehung augenblicklich in Energie verwandelt haben. Die Tatsache, dass es im Universum praktisch nur Materie gibt, muss auf einem winzigen, aber entscheidenden Unterschied in der Symmetrie zwischen Materie und Antimaterie basieren. Diese Symmetrie-Brechung mit Hilfe exotischer Atome nachzuweisen, ist ein großes Ziel der Physiker. Nicht zuletzt sollen die Ergebnisse im Lichte astrophysikalischer Problemstellungen diskutiert werden und Aufschluss über kosmologische Entwicklungen geben.

Zukunftsperspektiven und Anwendungen
Im Rahmen der Konferenz, die mit Mitteln aus dem 6. EU-Rahmenprogramm gefördert wird, sollen zukünftige Projekte - sowohl Detektoren als auch Maschinen zur Herstellung exotischer Atome - skizziert werden. Derzeit plant die Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt den Ausbau ihres Forschungszentrum, was auch für österreichische Physiker neue Möglichkeiten eröffnet.
Bereits jetzt profitiert die Medizin von Erkenntnissen und Methoden der Kernphysik: Die wichtigste Anwendung von Antimaterie findet sich im PET (Positron-Emissions-Tomographie) -Scanner zur Lokalisation von Tumoren.


International Conference on Exotic Atoms
Termin: 21.02.2005 - 25.02.2005
Ort: Theatersaal der ÖAW, Sonnenfelsgasse 19, 1. Stock, 1010 Wien
Öffentlicher Vortrag

Paul Kienle spricht zum Thema: "Exotische Atome - Rosen aus dem Blumengarten der subatomaren Physik"
Der Vortrag [PDF]
Termin: Dienstag, 22. Februar 2005, 18:30 Uhr
Ort: Theatersaal der ÖAW, Sonnenfelsgasse 19, 1. Stock, 1010 Wien
Eintritt frei

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.oeaw.ac.at/smi/exa05/index.htm

Kontakt:
Doz. Dr. Eberhard Widmann
Direktor des Stefan Meyer Instituts für subatomare Physik
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Boltzmanngasse 3
1090 Wien
T +43 1 310 86 16 21
F +43 1 310 88 01
exa05@oeaw.ac.at
http://www.oeaw.ac.at/smi


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