Das Leben in Europas Städten in Zeiten der Globalisierung: Wirtschaftsraum oder Grüne Wiese?
Das von der ÖAW koordinierte EU-Forschungsprojekt COMET hat Lösungsansätze erarbeitet, die Europa helfen, sein Kulturerbe, seine Wirtschaftskraft und seine Lebensqualität zu erhalten / 7. September 2004 Workshop "Services and Urban Development"
Gemäß der EU-Erklärung von Lissabon soll Europa bis 2010 zum "wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt" werden. Wie dies aber zu bewerkstelligen sei, darüber gibt es bislang noch wenige Vorschläge. Die Ergebnisse eines von der EU finanzierten und von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) koordinierten Forschungsprojektes zur Wettbewerbsfähigkeit europäischer Metropolen (COMET: Competitive Metropolises) kommen daher gerade rechtzeitig.
Rettung der lebendigen europäischen Stadtzentren
Forscher, Praktiker und Politiker aus sieben europäischen Ländern analysierten die Verlagerung wirtschaftlicher Entwicklungsprozesse an den Stadtrand, um aus den Ergebnissen neue Energien für die Positionierung Europas im internationalen Städtewettbewerb zu gewinnen. Dabei wurden diejenigen Prozesse besonders hervorgehoben, die die wertvolle Substanz, die Europa mit seinen lebendigen Stadtzentren besitzt, bewahren können.
Probleme einer dezentralen europäischen Datenerhebung
Wie soll aber der europäische Wirtschaftsraum funktionieren, wenn nicht einmal die Daten der verschiedenen Länder vergleichbar sind? Wie sollen europaweit Entwicklungsstrategien für Stadträume erarbeitet werden, wenn diese Regionen in jedem Land anders abgegrenzt werden? Wie sollen Planungsempfehlungen erarbeitet werden, wenn die Planungskultur in jedem Land eine andere ist? Diesen Problemen hatte sich das Projekt COMET zu stellen und erarbeitete Lösungen dazu.
Qualifizierte Dienstleistungen im Mittelpunkt
Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sind dennoch beachtlich. Am 7. September 2004 werden im Rahmen des Workshops "Services and Urban Development" diese vorgestellt. Von der Annahme ausgehend, dass wirtschaftliche Entwicklung heute im wesentlichen von qualifizierten Dienstleistungen ausgeht, wurden Methoden zur Erfassung der räumlichen Strukturen von Tertiärisierung und Suburbanisierung gefunden, sowie Vorschläge für die Steigerung der Effektivität von Planung erarbeitet. Weiters hat das Projektteam eine Typisierung europäischer Dienstleistungszentren sowie der Standortpräferenzen des tertiären Sektors vorgelegt und eine wegweisende Szenarientechnik für die zukünftige Entwicklung europäischer Agglomerationen entworfen.
Kann Europa zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt werden?
"Im Prinzip schon", meint Axel Borsdorf, Direktor des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW und Koordinator des Projektes, "doch wäre dafür ein grundsätzliches politisches Umdenken der Verantwortlichen in Brüssel und Straßburg notwendig." Er gibt zu bedenken, dass "bis heute zwei Drittel der europäischen Fördergelder in den Agrarraum gehen, obwohl 80 % der Europäer in Städten wohnen. Wenn Europa im globalen Wettbewerb bestehen wolle, müssten die Prioritäten auch vor dem Hintergrund der Osterweiterung neu überdacht werden."
Workshop "Services and Urban Development"
Termin:
7. September 2004, 9:00 - 16:30 Uhr
Ort:
Theatersaal der ÖAW
Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien
Programm:
http://www.oeaw.ac.at/deutsch/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_2942.html
Weiterführende Informationen zum COMET-Projekt finden Sie unter:
http://www.oeaw.ac.at/shared/news/2004/pdf/comet.pdf
http://www.comet.ac.at/
Kontakt:
Institut für Stadt- und Regionalforschung
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Axel Borsdorf
T +43 1 515 81 3526
email: axel.borsdorf@oeaw.ac.at
http://www.oeaw.ac.at/irs/
http://www.oeaw.ac.at/isr/super/
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Mag. Sabine Maierhofer
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, A-1010 Wien
T +43 1 51581-1235
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email: sabine.maierhofer@oeaw.ac.at

