Biotechnologiediskurs in Österreich
Vortrag an der ÖAW fasst die aktuelle Debatte über die Akzeptanz der Biotechnologie in der Öffentlichkeit zusammen
Karl Kuchler, Professor an der Medizinischen Universität Wien spricht am 27. Oktober 2004 in den Räumen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) über das ambivalente Verhältnis der österreichischen Öffentlichkeit zu biotechnologischer Forschung. In seinem Vortrag "Biotechnologie in Österreich - Was denkt die Öffentlichkeit darüber?" präsentiert er Daten über die Meinung der Bevölkerung zu aktuellen Fragen der medizinisch nutzbaren - vielfach als "gut" empfundenen - "roten" Gentechnik und dem - von der Öffentlichkeit als gefährlicher eingestuften - "grünen" Pendant, der Pflanzen-Biotechnologie.
Die Veranstalter, die ÖAW-Kommission für Reinhaltung der Luft, Euro-CASE (European Council of Applied Sciences and Engineering), Paris, und der unabhängige Verein dialog <> gentechnik wollen mit diesem Vortrag einen Beitrag zum besseren Verständnis der Chancen und Risiken von genetischer Forschung und Biotechnologie leisten.
Karl Kuchlers Fachgebiet am Department für Medizinische Biochemie ist die Erforschung der Mechanismen, die zur Medikamenten-Resistenz führen. Kuchler und sein Team untersuchen molekulare "Pumpen", die es einem Krankheitserreger ermöglichen ein Medikament auszuschleusen und auf diese Weise unwirksam zu machen. Mit genetischen Methoden wollen die Wissenschaftler Signalwege bei der Interaktion von Pathogenen mit ihren Wirtszellen aufklären um so die Grundlage für verbesserte Therapien zu schaffen.
Informieren, Wissen vernetzen und Vertrauen aufbauen
Karl Kuchler ist Mitglied der Gentechnikkommission der Österreichischen Bundesregierung und seit mehreren Jahren aktiv am Prozess der Wissenschaftskommunikation beteiligt: Er engagiert sich im Verein dialog <> gentechnik, der Projekte koordiniert, durch die Vertrauen in die Life Sciences aufgebaut wird. Eine Prämisse für den öffentlich finanzierten Verein ist es, die Sorgen und ethischen Bedenken der Bevölkerung über die rasanten Entwicklungen in der Biotechnlogie Ernst zu nehmen (http://www.dialog-gentechnik.at).
Die Kommission für Reinhaltung der Luft engagiert sich über den engen Bereich der Erhaltung der Luftgüte in einem umfassenden Sinn für den Schutz der Umwelt. So wurden zum Beispiel Ergebnisse ihrer Forschungstätigkeit als Basis für die Festlegung von Grenzwerten in der österreichischen Gesetzgebung herangezogen. Weiters will die Kommission das Gespräch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft über Umwelt relevante Themen im Rahmen von Vorträgen und Symposien fördern (http://www.oeaw.ac.at/krl/).
Euro-CASE (European Council of Applied Sciences, Technologies and Engineering), eine Non-Profit-Organisation aus Vertretern zahlreicher europäischer Akademien, vernetzt das Wissen bei technologischen Fragen mit europäischer Dimension u. a. zu Energie und Umwelt, Verknüpfung von Wissen und Gesellschaft, Biowissenschaften und Gesundheit (http://www.euro-case.org/).
Veranstaltungshinweis Vortrag am 27.Oktober 2004:
http://www.oeaw.ac.at/deutsch/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_3222.html
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