Der österreichische Staatsvertrag zwischen internationaler Strategie und nationaler Identität
Internationale Konferenz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
zum 50. Jahrestag des österreichischen Staatsvertrages im Mai 2005
Der fünfzigste Jahrestag der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages von 1955 gibt Anlass für die Geschichtsforschung, einerseits eine Bilanz der bisherigen Forschungen zum Thema zu ziehen, andererseits auf der Grundlage neu erschlossener Archivdokumente bislang ungeklärte Fragen neu aufzuwerfen. Nach dem Ende des Kalten Krieges, dem Zerfall der Sowjetunion und auch dem Ablauf von Archivsperrfristen hat die Öffnung von Beständen in Ost und West insbesondere im früheren Ostblock der Geschichtsforschung umfangreiches Material zugänglich gemacht, auf dessen Grundlage Aspekte des politischen Umfeldes des Staatsvertrages heute genauer dargestellt und differenzierter beurteilt werden können als noch vor zehn Jahren. Hinzugekommen sind neue Fragen nach der Durchführung der Bestimmungen des Staatsvertrages, seines Nachlebens, seiner Bedeutung für die österreichische Identität und seiner Relevanz nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Beitritt österreichs zur Europäischen Union.
Die vom 8. bis 11. Mai 2005 von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter Beteiligung führender in- und ausländischer Wissenschafter veranstaltete internationale Konferenz "Der österreichische Staatsvertrag zwischen internationaler Strategie und nationaler Identität" widmet sich folgenden Problemkreisen:
- dem Zustandekommen des Staatsvertrages in dem durch die erste "Tauwetter"-Phase geprägten internationalen Umfeld, d.h. den Zusammenhängen zwischen dem Abschluss des Staatsvertrages und der sowjetischen Aussöhnung mit Jugoslawien, der Gründung des Warschauer Paktes, der Aufgabe sowjetischer Militärbasen in Finnland, dem NATO-Beitritt der BRD und dem Ungarn-Aufstand 1956;
- der Durchführung der Staatsvertragsbestimmungen, insbesondere der Ablöse des "deutschen Eigentums", der Rückstellung des Eigentums bzw. Entschädigung von Opfern des NS-Regimes;
- dem völkerrechtlichen Stellenwert des Staatsvertrages nach dem Zerfall der Sowjetunion, der Obsoleterklärung einiger Staatsvertragsartikel sowie vor dem Hintergrund der fortschreitenden Integration österreichs in die Europäische Union;
- der identitätsgeschichtlichen Bedeutung von Staatsvertrag und Neutralität für die österreichische Bevölkerung.
Die Konferenzvorträge werden 50 Historiker, Rechtswissenschafter, Diplomaten und Zeitzeugen u.a. aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Polen, Russland, Schweden, der Schweiz, Ungarn, den USA und Österreich halten, unter ihnen der ehemalige Staatssekretär Ludwig Steiner, der ehemalige sowjetische Botschafter Rostislav Sergeev und der international führende Fachmann zur Geschichte des Staatsvertrages, Univ. Prof. DDr. Gerald Stourzh.
Konferenz
"Der österreichische Staatsvertrag zwischen internationaler Strategie und nationaler Identität"
Termin:
8. - 11. Mai 2005
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
A-1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel Platz
Programm [PDF]
Kontakt:
Mag. Wolfgang Mueller
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Historische Kommission
A-1040 Wien, Prinz Eugen Str. 8-10
T +43 1 51581-7311
F +43 1 51581-7330
email: wolfgang.mueller@oeaw.ac.at
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, A-1010 Wien
T +43 1 51581-1219
F +43 1 51581-1227
email: marianne.baumgart@oeaw.ac.at

