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25.09.2003

Ein Tor in die Zukunft

Gründung des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation, eine Initiative der ÖAW in Kooperation mit den Unis Innsbruck und Wien



Forschung im internationalen Spitzenfeld
Die Forschungen im Bereich der Quantenoptik und der Quanteninformation sind das
derzeit weltweit am stärksten expandierende Feld der Physik. In den vergangenen
zehn Jahren haben hier Österreichische Forschungsgruppen an den Universitäten
Innsbruck und Wien eine internationale Spitzenposition erreicht. Das neue Institut,
unter dem Dach der Akademie der Wissenschaften und die Kooperation zwischen den drei
Institutionen eröffnet hier eine völlig neue Dimension, da nun die vorhandenen
Kapazitäten gebündelt werden und längerfristige Strategien verfolgt werden können.
Damit wird das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation die universitäre
Forschung ergänzen und unterstützen und der Wissenschaft deutlich mehr Ressourcen
bieten als dies an den Universitäten derzeit möglich ist. Konkret heißt das, dass
ein solches "Center of Excellence" Möglichkeiten schafft, auch Projekte mit höherem
Risiko und weiterem Zeithorizont in Angriff zu nehmen, international geförderte
Forschungsgelder einzuwerben und Kooperationen mit Industriepartnern einzugehen.
Darüber hinaus bietet das Institut die Chance, die internationale Vernetzung deutlich
zu verbessern: Es ist geplant, international führende Wissenschaftler für längere
Zeiträume einzuladen und vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein anregendes
Umfeld zu bieten, um eigene neue Forschungsprofile zu entwickeln.

Zukunftsweisendes wissenschaftliches Profil
Die Quantenphysik beschäftigt sich mit fundamentalen physikalischen Grundfragen,
wie der Existenz von Überlagerungszuständen oder der Verschränkung von Quantenzu-
ständen und deren Bedeutung für Anwendungen. Die theoretische und experimentelle
Forschung hat seit den Entdeckungen Max Plancks eine aufregende Entwicklung genommen,
und die Wissenschaftler sind heute in der Lage, Quantensysteme aus Photonen, einzelnen
oder wenigen Ionen und Atomen außerordentlich exakt zu kontrollieren. Die Hinwendung
der Quantenphysik zur Informationstechnologie verheißt für die Zukunft vielver-
sprechende Anwendungen, wie die Entwicklung von Quantencomputern, Quantenkryptographie
oder Quantenmesstechnik. All diese Anwendungsbereiche werden durch den Einsatz von
quantenphysikalischen Erkenntnissen revolutioniert. Ein Quantencomputer arbeitet mit
verschränkten Quantenzuständen und verfügt im Prinzip über ein unvergleichlich höheres
Potential als bisherige Rechenmaschinen. Die Quantenkryptographie könnte absolut sichere
Kommunikation gewährleisten, und Messtechniken basierend auf der Quantentechnologie
versprechen Genauigkeiten, die mit herkömmlichen Technologien unerreichbar sind.

Innsbruck als Hauptstandort
Das neue Akademieinstitut wird zwei Standorte haben, wobei vier Forschungsgruppen
rund um die Professoren Rainer Blatt, Rudolf Grimm, Hans Briegel und Peter Zoller
in Innsbruck und die Forschungsgruppe von Prof. Anton Zeilinger in Wien arbeiten werden.
Um die Synergieeffekte vollständig auszunützen und die Kommunikation und den wissen-
schaftlichen Austausch zwischen beiden Standorten zu beflügeln, sind monatliche Fach-
Kolloquien und einmal jährlich eine gemeinsame Klausurtagung geplant.
Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation wird räumlich auf dem Areal
Technikerstraße, im derzeit im Bau befindlichen ICT-Technologiepark Universität
Innsbruck in unmittelbarer Nachbarschaft zu den entsprechenden Universitätsinstituten
angesiedelt werden. Damit bekommen die gemeinsamen erfolgreichen Anstrengungen der
Universität Innsbruck, des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck die Ausbildungs-
und Forschungsangebote und im Bereich der Informationstechnologie zu schaffen und
auszubauen, eine zusätzlicher Facette.

Interesse der Wirtschaft
Da am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation neben der Grundlagenforschung
wichtige Fragen auch technologischer Natur bearbeitet werden, wird langfristig auch
stark mit der Unterstützung aus der Wirtschaft gerechnet. Auch hier ist Tirol durchaus
eine gute Adresse, denn die Tiroler Gruppe der Österreichischen Industriellenvereini-
gung hat bereits vor Jahren die Chancen in diesem Bereich erkannt und die Forschung
auf diesem Gebiet mit der "Institut für Quanteninformation Ges.m.b.H" unterstützt
und damit bereits eine weitreichende Hebelwirkung erzielt.

Große Chancen
Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation, als gemeinsames Projekt der
Akademie der Wissenschaften, der Universität Innsbruck und der Universität Wien,
wird Österreichs Rolle in diesem zukunftsweisenden Wissenschaftsbereich nachhaltig
stärken. Von dieser Stärkung werden neben der Wissenschaft insbesondere auch die
Österreichische Wirtschaft und Industrie langfristig profitieren, denn die Quanten-
technologie ist die Technologie des 21. Jahrhunderts.

Einladung zum Pressegespräch am 25. September 2003

Adressen

Weitere Informationen:
Dr. Marianne Baumgart
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Tel.: (+ 43 1) 51581/1219, Fax: (+ 43 1) 51581/1275
E-Mail: Marianne.Baumgart@oeaw.ac.at