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Iranisch geprägte Kulturen zwischen Tradition und Modernität

Neu gegründetes Institut für Iranistik der ÖAW beleuchtet ...



Kulturen iranischer Prägung haben einen gewichtigen Anteil an dem gesamten
weltgeschichtlichen Geschehen in Vorder- und Zentralasien, zeitweilig mit
Einflüssen auf Osteuropa sowie auf den Indo-pakistanischen Subkontinent.
Unabhängig von aktuellen Ereignissen, die dem Thema allerdings besondere
Brisanz verleihen, erscheint das Phänomen der augenscheinlichen Anders-
artigkeit solcher Kulturen in der Begegnung mit der abendländisch gepräg-
ten Modernität als eine besondere Herausforderung für die Öffentlichkeit,
aber auch für die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung. Es ist
Aufgabe des mit 1. November 2002 gegründeten Instituts für Iranistik der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zur Beantwortung dieser
Fragen beizutragen. Das betrifft sowohl gegenwärtige Sachverhalte als auch
historische. Am 29. April 2003 wird das Institut, eine auf philologisch-histo-
rische und kulturwissenschaftliche Themen ausgerichtete Forschungseinrichtung,
feierlich eröffnet.

In Verbindung mit historischen und sozialwissenschaftlichen Methoden erschlies-
sen Philologien iranischer Sprachen eine Reihe von bedeutsamen Kulturen von
der Antike bis heute: das Alte Persien, den Hellenismus in Asien, die Kul-
turen der Seidenstraße, das iranische Reich der Sassaniden und nicht zuletzt
das islamische Persien sowie die historischen Grundlagen der Kulturen der
Muslime Mittelasiens und Indiens bis in die Neuzeit. Fragen nach dem Wesen
kultureller Differenz und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für unsere
Vorstellungen von der Welt sind im Gegensatz zur Ermittlung von Gemeinsam-
keiten und weltweiten Analogien lange Zeit weniger angesehen gewesen.
"Iranisch geprägte Kulturen zwischen Tradition und Modernität" lautet der
neuzeitlich orientierte Forschungsschwerpunkt des Instituts für Iranistik.

"Mit dieser Zielsetzung soll die Forschungsarbeit des Instituts zur besseren
Kenntnis der historischen Voraussetzungen heutiger kultureller Verhältnisse
muslimisch geprägter Kulturen in dem Raum Iran - Afghanistan - Zentralasien -
Indischer Subkontinent beitragen und auf diesem Gebiet kulturgeschichtliche
Grundlagen erarbeiten", betont der geschäftsführende Direktor, Prof. Dr. Bert
Fragner. Das Augenmerk wird auch auf wenig bekannte Beziehungen des irani-
schen Kulturraumes im gesamten asiatischen Bereich gerichtet. Die dafür ein-
zusetzenden Disziplinen innerhalb der Iranistik liegen auf den methodischen
Sektoren der Geschichtsforschung, Institutionenkunde, Religionswissenschaft,
Soziologie (einschließlich Ethnologie) sowie der Literaturwissenschaft.
Weitergeführt wird außerdem ein seit vielen Jahren (in der bisher bestehen-
den Kommission für Iranistik) betriebenes philologisches Projekt, das
"Iranische Personennamenbuch".

Über die eigene Forschungstätigkeit hinaus ist es erklärtes Ziel von Prof.
Fragner, das neue Institut als Organisationszentrum eines ins Leben zu
rufenden "mitteleuropäischen Netzwerks für Iranistik" ("Central European
Network of Iranian Studies", CENIS) zu etablieren.

ÖAW-Institut für Iranistik

Kontakt:
Prof. Dr. Bert Fragner
ÖAW-Institut für Iranistik
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Prinz-Eugen-Straße 8 (1. Stock), 1040 Wien
Tel.: (+ 43 1) 51581/7810
E-Mail: Bert.Fragner@oeaw.ac.at