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22.10.2002

Geburtenentwicklung in Österreich und Europa

Erste Ergebnisse des "Population Policy Acceptance Survey (PPA2)" ...



Am Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird derzeit eine Studie zum Wissen und den Einstellungen zu Familie, Familienpolitik und dem Geschlechterverhältnis in Österreich - "Population Policy Acceptance Study" (PPA2) - durchgeführt. Zwischen Mai und September 2001 wurden rund 2000 Österreicherinnen und Österreicher zu ihrer Meinung zum Geburtenrückgang, zur Effizienz familienpolitischer Maßnahmen und ähnlichen Themen befragt.

Männer und Frauen (20 bis 64 Jahre) zeigen sich zu rund 80 Prozent gleichermaßen beunruhigt, was die jüngste Entwicklung der Fertilitätsraten betrifft. Bei beiden Geschlechtern ist es die Altersgruppe der 55-59jährigen, die die sinkende Anzahl der Geburten der letzten Jahre als sehr negativ einschätzen (je rund 90 Prozent). Junge, männliche Befragte (25-29 Jahre) schließen sich der negativen Einschätzung am seltensten an.

Auswirkungen familienpolitischer Maßnahmen auf den Kinderwunsch

Überprüft wurde dieser Zusammenhang im PPA 2 folgendermaßen: Den Befragten wurde eine Auswahl an Maßnahmen, die finanzielle (z. B. umfassendere Steuererleichterungen für Eltern), erwerbsbezogene (z. B. flexible Arbeitszeiten) und ähnliche Leistungen betrafen, zur Bewertung vorgelegt. Hernach wurde die Frage gestellt: Wenn diejenigen Maßnahmen, die Sie persönlich für wünschenswert halten, tatsächlich eingeführt würden, welche Konsequenzen hÄtte das für Ihr eigenes Leben? Zur Analyse herangezogen wurde jene Altersgruppe, die sich realiter mit dem Kinderwunsch auseinandersetzt, also die 20 bis 39jährigen Frauen und Männer.

Einfluss auf die gewünschte Kinderzahl

Knapp die Hälfte der 20- bis 39jährigen Befragten meint, dass es bei Einführung der von Ihnen bevorzugten familienpolitischen Maßnahmen für sie leichter wäre, die gewünschte Anzahl von Kindern zu bekommen. 46 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe erhoffen sich davon eine Hilfe bei der Realisierung der gewünschten Kinderzahl. Über die Hälfte der Befragten gibt jedoch an, dass staatliche Förderungen keinen Einfluss auf ihr Verhalten hätten. Bei den jungen Frauen (20 bis 24 Jahre) sind es knapp 60 Prozent, die angeben, dass die Familienpolitik eine gravierende Auswirkung auf ihren Kinderwunsch habe. Mit zunehmendem Alter verliert für Frauen die Familienpolitik an Einfluss auf ihren Kinderwunsch.

Auf den Zeitpunkt der Geburt eines (weiteren) Kindes dagegen hat die Einführung der Maßnahmen einen deutlich geringeren Einfluss (knapp 25 Prozent). Auch eine so schwerwiegende Entscheidung wie jene, entweder kinderlos zu bleiben oder (weitere) Kinder in die Welt zu setzen, wird kaum von der Einführung bzw. Verbesserung familienpolitischer Entscheidungen abhängig gemacht.

Weitere Informationen (PDF-Dokument)
Presseinformation als Kurzfassung (PDF-Dokument)
Presseinformation in englischer Sprache (PDF-Dokument)
Einladung zur Pressekonferenz am 22. Oktober 2002
ÖAW-Institut für Demographie
Informationen über das ÖAW-Institut für Demographie

Weitere Informationen:

Mag. Dr. Irene M. Tazi-Preve
ÖAW-Institut für Demographie
Tel.: (+43 1) 51581/7716, Fax: (+43 1) 51581/7797
E-Mail: Irene.Tazi@oeaw.ac.at