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IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH




Im Herbst 1999 hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften mit einem führenden Industrieunternehmen, dem Unternehmensverband Boehringer Ingelheim, Eigentümer des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP), einen Kooperationsvertrag zur Bildung des "IMP-IMBA Genome Research Center" abgeschlossen. Erstmalig in Österreich wurde damit eine Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft etabliert. Im Rahmen dieser Kooperation wurde das IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH als 100%ige Tochter-GmbH der ÖAW gegründet. Direktor des IMBA ist Dr. Josef Martin Penninger, der in der humanmedizinischen Anwendung molekulargenetischer Forschungen größte internationale Erfolge erzielen konnte. Rund 100 Mitarbeiter/innen werden in etwa ein bis zwei Jahren an diesem Institut in enger Kooperation mit dem benachbarten IMP tätig sein.

Auf das Grundlage des weitgehend entschlüsselten menschlichen Genoms wird sich IMBA mit funktionsgenetischen Fragestellungen beschäftigen und damit einen eigenständigen fächerübergreifenden Schwerpunkt setzen, der von den Forschungsleistungen des IMP profitiert und diese ergänzt. Die neuen Erkenntnisse der gemeinsamen Forschungsarbeiten von IMP und IMBA können und sollen die Basis für weitere Forschungsprojekte von Boehringer Ingelheim zur Entwicklung neuer Medikamente und Therapien bilden. Zu den von Penninger bearbeiteten Bereichen zählen unter anderem die Krebsforschung - gezielte Tumorprävention durch spezifische Programmierung des Immunsystems - sowie die Regulation von Knochenbildung und Knochenabbau mit dem Ziel der Vermeidung von Osteoporose. Darüber hinaus hat Penninger wesentliche Beiträge zur Erforschung des Ursprungs von Autoimmunerkrankungen, zur Behandlung von Infektionskrankheiten und zum Verstehen der Mechanismen des programmierten Zelltodes geleistet.

Die Forschungskooperation mit Boehringer Ingelheim erlaubt der ÖAW erste systematische Schritte in Richtung Transfer ihrer Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche Nutzung. Mit der Gründung des IMBA als GmbH hat die ÖAW darüber hinaus einen neuen Weg der Institutsorganisation beschritten, der als Modell für die Zukunft zu prüfen sein wird. Die Ansiedlung eines biomedizinischen Spitzeninstituts im "Vienna Bio Center" (Institute der Universität Wien, IMP, Start-Up-Unternehmen) soll dazu beitragen, den Ruf Wiens als Standort eines "Center of Excellence" der Molekularbiologie zu stärken.


International führender Genforscher übernimmt Leitung eines ÖAW-Forschungsinstituts

Josef Penninger wurde am 5. September 1964 in Gurten (OÖ) geboren. Nach der Volksschule in Gurten besuchte er das humanistische Gymnasium in Ried im Innkreis. Von 1982 bis 1988 absolvierte er ein Medizinstudium an der Uni Innsbruck, daneben studierte er Kunstgeschichte und Spanisch. Seine Doktorarbeit schrieb er beim Innsbrucker Pathologen und Alternsforscher Georg Wick über ein Thema aus der Immunologie ("Phenotypical and functional analysis of intrathymic nurse (TCN)-Lymphocytes") und wurde 1990 zum Dr. med. promoviert. Von 1990 bis 1994 war Penninger als Post-Doc am Ontario Cancer Institute tätig. Seit 1994 ist er "Principal Investigator" beim US-Gentechnikkonzern Amgen und arbeitet als solcher am Department of Immunology and Medical Biophysics der University of Toronto. Josef Penninger hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten. In Kanada war er "Young leader in medicine in Canada" durch "Globe and Mail" 2000, zwei Mal wurde er in die "Top 10" der modernsten Wissenschafter des Jahres aufgenommen und im Jahr 2001 unter die "Top 40 under 40" Kanadas gewählt. Vom Magazin "Esquire" wurde er in die Reihe der "Zehn interessantesten Menschen des Jahres 2000" aufgenommen. Josef Penningers wissenschaftliche Leistungen schlagen sich in 147 Arbeiten nieder, von denen eine große Zahl in führenden Journalen wie Nature, Science oder Cell publiziert wurde.


Errichtung des Institutsgebäudes: Planung Boris Podrecca

IMBA ist im Vienna Bio Center in der Dr. Bohr-Gasse im 3. Wiener Gemeindebezirk angesiedelt. Der Spatenstich für die Errichtung des Institutsgebäudes erfolgte am 4. Juni 2003. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2005 vorgesehen. Das neue Gebäude wird auf einem Grundstück von insgesamt 2800 m2 errichtet, die Netto-Gesamtkosten (Gebäude und Außenanlagen, Haustechnik, Einrichtung) sind mit 40 Millionen Euro veranschlagt. Neben IMBA wird im selben Gebäude das GMI - Gregor-Mendel-Institut für Molekulare Pflanzenbiologie GmbH untergebracht.

Im Dezember 1999 wurde ein EU-weites Bewerbungsverfahren ausgeschrieben, an dem alle in der EU tätigen Architekturbüros Teilnahmeanträge stellen konnten. 46 Büros, zwei Drittel davon aus Österreich, ein Drittel aus anderen EU-Ländern, haben sich beworben. In der zweiten Stufe des Verfahrens (nicht offenes Wettbewerbsverfahren) wurden zehn von den 46 Bewerbern eingeladen, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Die Auswahl wurde in drei Bewertungsdurchgängen von einer neunköpfigen Jury getroffen. Im letzten Bewertungsdurchgang wurde das Projekt von Prof. Boris Podrecca einstimmig zum Sieger gekürt.


Finanzierung: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur / Stadt Wien

Die Errichtung des Institutsgebäudes wird durch die Stadt Wien sowie
den Bund getragen. Die Stadt Wien hat den Ankauf des Bauplatzes finan-
ziert, die Errichtungskosten werden von der Stadt Wien (rd. EUR 14 Mio) und
der ÖAW (Bundesbudgetmittel) getragen. Der Bund hat zugesagt, die jähr-
liche Basisfinanzierung für IMBA in Höhe von EUR 7,27 Millionen zu über-
nehmen.

Wissenschaftlicher Direktor: Dr. Josef Penninger

Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Dr. techn. Gerhard Schadler


IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH
Spatenstich am 4. Juni 2003
Das neue Institutsgebäude nach einem Entwurf von Boris Podrecca
Virtuelle Ansicht vom Institutsgebäude


Information:
IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH
p. A.: 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel.: (+43 1) 51581/1270
E-Mail: Gerhard.Schadler@oeaw.ac.at


 
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
A-1010 Wien
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel.: (+43 1) 51581-0
webmaster@oeaw.ac.at

last update: 2003/07/04
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