Institut für Byzanzforschung
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Edition der Historia Ecclesiastica
des Nikephoros Xanthopulos

 

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Beschreibung: Edition Band VII-XII
Das Projekt Edition der Historia ecclesiastica des Nikephoros Xanthopulos hat eine Neuedition der Historia ecclesiastica des Nikephoros Xanthopulos vom Anfang des 14. Jahrhunderts zum Inhalt. Dabei handelt es sich um die letzte Kirchengeschichte des griechischen Ostens, eine Gattung, die in Eusebios von Kaisareia ihren eigentlichen Gründer und in Euagrios Scholastikos (VI. Jhdt. n. Chr.) ihren letzten bedeutenden Vertreter hatte. Xanthopulos, ein hochgelehrter Angehörige des konstantinopolitanischen Patriarchatsklerus, nahm sich der Kirchengeschichtsschreibung wieder an, nachdem sie für sieben Jahrhunderte in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr gepflegt wurde.
Er umfasste die Zeit von der Geburt Jesu Christi bis ins Jahr 610. In seiner Kirchengeschichte, und expressis verbis im Widmungsenkomion an den Kaiser, spiegelt sich der kirchenpolitische Kurs Andronikos' II. Palaiologos wieder: Letzerer kündigte die in Lyon beschlossene Kirchenunion (1274) auf (1282) und wurde somit in der zeitgenössischen Panegyrik als der Restaurator und Retter der Orthodoxie zelebriert und verherrlicht.

Aspekte der Editionspraxis

Mit der kritischen Neuedition dieses Werkes soll die wissenschaftlich ungenügende Erstedition ersetzt werden, die Fronton du Duc im Jahre 1630 besorgt hat ( Band 1, Band 2; und von Jean Paul Migne in seine Patrologia Graeca übernommen wurde; lateinischer Text auf der Basis der Übersetzung von Iohannes Langus, Basel 1553; Alternativexemplar 1; Alternativexemplar 2; Alternativexemplar 3; Basel 1561 deutsche Übersetzung: Ingolstadt 1588; Exemplar Stabi München Vol. 1, Vol. 2). Für den ersten Teil des Projektes ist aus der insgesamt 18 Bände umfassenden Kirchengeschichte die mittlere Trias ausgewählt, einerseits weil sie eine geschlossene zeitliche Einheit präsentiert, deren bislang erschlossenen Quellen in neueren Editionen und im Thesaurus Linguae Graecae vorliegen, andererseits weil sich die Bearbeitung in dieser Aufteilung ideal in die begonnene Gesamtedition einfügt, die zwischen den hauptverantwortlichen Editoren (Prof. Dr. Albrecht Berger, Institut für Byzantinistik, Byzantinische Kunstgeschichte und Neogräzistik; Dr. Christian Gastgeber, Institut für Byzanzforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften) in drei Einheiten (Teil 1, Bd. I-VI: Berger; Teil 2, Bd. VII-XII: der Projektmitarbeiter Sebastiano Panteghini unter Mitarbeit von Christian Gastgeber; Teil 3, Bd. XIII-XVIII Panteghini unter Mitarbeit von Gastgeber) gegliedert wurde.
Die innovativen Aspekte liegen nicht nur in einer modernsten Anforderungen entsprechenden textkritischen Edition (für das Corpus Fontium Historiae Byzantinae vorgesehen), sondern auch in der Berücksichtigung der Interpunktion des Codex unicus (Vind. Hist. gr. 8) und in einer ausführlichen Quellenanalyse.

1. Die Untersuchung über byzantinische Interpunktionspraxis wurde in einer sehr umfangreichen Studie präsentiert, die noch im Jahre 2011 erscheinen wird. Diese Studie widmet sich einerseits der antiken Theorie - die durch das griechische Mittelalter hindurch im Unterricht berücksichtigt wurde -, andererseits der im Codex der Historia ecclesiastica spezifisch belegten Interpunktionspraxis. Dabei konnte die Funktion und der Wert der darin angewandten Satzzeichen (Hypostigme, Beistrich, Mese, Teleia, Semikolon, Doppelpunkt) geklärt werden. Die Entschlüsselung dieses Systems ist die unabdingbare Voraussetzung für die Erstellung von sinnvollen Kriterien im Hinblick auf die Anwendung von Interpunktionszeichen im kritisch konstituierten Text.

2. Die Quellenanalyse ist im Falle dieser Kirchengeschichte von besonderer philologischer Herausforderung, da Xanthopulos, wie eine grundlegende Untersuchung von Friedhelm Winkelmann (aufbauend auf den Ergebnissen von Günter Gentz) gezeigt hat, verschiedene Ausleseverfahren in divergierenden Quellenüberlieferungen anwandte. Xanthopulos' Grundprinzip ist eine Quellenadaption entsprechend der offiziellen Lehre der orthodoxen Kirche, sprachlich bedient er sich bei (auch handschriftlich nachweisbaren) Quellenvorlagen der Paraphrase mit morphologischer Anlehnung an das vorgegebene Vokabular, doch mit typisch byzantinischer Variatio (minima). Eigenständigkeit zeigt sich vornehmlich in denjenigen Partien, die seinem persönlichen Interesse gelten, d.h. der Liturgie und der Hagiographie.

 


Projektmitarbeiter
  • Dr. Sebastiano Panteghini
  • PD Dr. Christian Gastgeber (Projektleitung)
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    Kooperation
  • Prof. Dr. Albrecht Berger
    Institut für Byzantinistik, Byzantinische Kunstgeschichte und Neogräzistik der Universität München
    (Editor von NIKEPHOROS XANTHOPULOS. Kirchengeschichte [Bd. I-VI]. CFHB, Series Vindobonensis)
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    Veranstaltungen
    Im Zusammenhang mit dem Projekt wird vom Institut für Byzanzforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eine internationale Konferenz veranstaltet, welche am 15. -16. Dezember 2011 in Wien stattfinden wird ("Die Wiederbelebung einer literarischen Gattung: Nikephoros Xanthopulos und die Kirchengeschichte"). Ziel ist die Fortführung, Vertiefung und Ergänzung der exzellenten Quellenanalyse von F. Winkelmann und G. Gentz (1966), da dieses Werk angesichts des beträchtlichen Zuwachses der letzten Jahrzehnte an Forschungsinstrumenten und Neueditionen einer Aktualisierung bedarf: Kirchenhistoriker sowie Althistoriker als auch Byzantinisten und Mediävisten wurden zu dieser Veranstaltung eingeladen, derer Forschungsergebnisse in einem Aktenband vorliegen werden.

    Veranstaltungen / Teilnahme

    • 14. Mai 2009, Wien, "GSCO-Mitgliederversammlung 2009" (Gesellschaft zum Studium des christlichen Ostens); Präsentation des Projektes "Edition der Historia ecclesiastica des Nikephoros Xanthopulos";
    • 10.-11. December 2009, Wien, internationales Symposium "Vom Codex zur Edition. From Manuscripts to Books"; Vortrag: "Vom Nutzen der Berücksichtigung der handschriftlichen Interpunktion für die Erstellung der Edition der Historia ecclesiastica des Nikephoros Xanthopulos (Cod. Vind. Hist. gr. 8)";
    • 17. November 2009, Universität Piliscsaba (Ungarn), "Young Scientists Meeting"; Vortrag: "Zur Frage der Datierung der Kirchengeschichte des Nikephoros Xanthopulos";
    • 17. Dezember 2010, Wien, "Ratio edendi. Internationales Werkstattgespräch zu Fragen der Edition spätantiker / mittelalterlicher Texten"; Vortrag: "Arbeitsbericht: Edition(sprinzipien/probleme) der Kirchengeschichte des Nikephoros Xanthopulos, Band VII-XII";
    • 24.-26. Februar 2011, Nish (Serbia), internationale Konferenz "Everlasting Value and Permanent Actuality of the Edict of Milan. On the way to the great jubilee in 2013"; Vortrag: "Constantine the Great and the Renewal of his Image (14th century, Ecclesiastical History of Nicephorus Xanthopulus)";
    • 15.-16. Dezember 2011, Wien, "Die Wiederbelebung einer literarischen Gattung: Nikephoros Xanthopulos und die Kirchengeschichte"; Vortrag: "Die Historia ecclesiastica des Nikephoros Xanthopulos und Codex Barocci 142: Betrachtungen über die Exzerptensammlung für die Bücher VII-XII"

     


    Publikationen
    • S. PANTEGHINI, Die Kirchengeschichte des Nikephoros Kallistos Xanthopoulos, Ostkirchliche Studien 581 (2009), 248-266 (open access).
    • Ch. GASTGEBER, Die Kirchengeschichte des Nikephoros Kallistos Xanthopoulos. Ihre Entdeckung und Verwendung in der Zeit der Reformation Ostkirchliche Studien 58 (2009) 237–247 (open access)
    • S. PANTEGHINI, La prassi interpuntiva nel Codex Vind. Hist. gr. 8 (Niceforo Xantopulo, Historia ecclesiastica): un tentativo di descrizione, in From Manuscripts to Books. Proceedings of the International Workshop on Textual Criticism and Editorial Practice for Byzantine Texts (Vienna, 10-11 December 2009). Edited by A. GIANNOULI and E. SCHIFFER, Wien 2011, 129-178 (im Druck).
    • S. PANTEGHINI, Constantine the Great and the Renewal of his Image (14th century, Ecclesiastical History of Nicephorus Xanthopulus), in Everlasting value and permanent actuality of the Edict of Milan. On the way to the great jubilee in 2013. Nish, Serbia, February 24.-26. 2011 (im Druck in englischer und serbischer Sprache).
    • S. PANTEGHINI, Die Historia ecclesiastica des Nikephoros Xanthopulos und Codex Barocci 142: eine Studie über die Exzerptgrundlage für die Bücher VII-XII (in Vorbereitung).
    • S. PANTEGHINI, Prosarhythmus und Interpunktion in der Historia ecclesiastica des Nikephoros Xanthopulos (Cod. Vind. Hist. gr. 8). Eine Untersuchung anhand der Allocutio encomiastica und der einleitenden Kapiteln zu den Büchern I-XVIII (in Vorbereitung).
    • NIKEPHOROS KALLISTOS. Kirchengeschichte (Bd. VII-XII). Hrsg. von S. PANTEGHINI und C. GASTGEBER (CFHB, Series Vindobonensis), Wien 2012 (in Vorbereitung).

     


    Links