ÖAW - Abteilung Byzanzforschung
Institut für Mittelalterforschung
 
   
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Lexikon zur byzantinischen Gräzität

 

Beschreibung | Mitarbeiter | Bibliographie | Probe-Lemmata


Vorgeschichte

Ein Lexikon, das die zahlreichen neuen Wörter und Wortbedeutungen im Griechisch der byzantinischen Periode dokumentiert, gehört seit langem zu den dringendsten Desiderata der byzantinistischen Forschung. Immer wieder wurde die Forderung nach einem solchen Lexikon (man sprach von einem "Nouveau Du Cange") erhoben. Aber erst durch die seit 1974 - erst von Erich Trapp allein, ab 1982 unter Mitwirkung von Johannes Diethart und Wolfram Hörandner - betriebenen Vorarbeiten zum Lexikon zur byzantinischen Gräzität rückte das Ziel in greifbare Nähe.

Durch Unterstützung des Projekts durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft konnte die Exzerpierungstätigkeit wesentlich intensiviert werden, bestimmte Textgruppen (vor allem aus den Bereichen der Urkunden und der Fachwissenschaften) konnten erst durch diese Förderung in das Programm inkorporiert werden.

In dem 1988 erschienenen Sammelband " Studien zur byzantinischen Lexikographie" (s.u.), wird u. a. deutlich, wie das gesammelte Wortmaterial in vielfältiger Weise verwertet werden kann: sprachgeschichtlich, philologisch-literarhistorisch (Stil-, Echtheits-, Datierungsfragen), sowie kulturgeschichtlich-realienkundlich. Auf einem im März 1989 in Wien abgehaltenen Symposion wurden inhaltliche, technische und methodische Fragen der Lexikon-Arbeit mit in- und ausländischen Kollegen eingehend diskutiert und auch Fragen der gegenseitigen Abgrenzung und Koordinierung besprochen (s.u. die Akten des Symposions: Lexicographica Byzantina. Wien 1991). Im Juli 2007 fand in Bonn ein Kolloquium zur byzantinischen Lexikographie statt, welches ehemaligen und derzeitigen Mitarbeitern am LBG, sowie an Lexikographie interessierten Kollegen die Möglichkeit zum Meinungsaustausch bot (s.u. die Akten dieses Kolloquiums: Lexicologica Byzantina. Bonn 2008).

Seit Januar 2012 läuft ein zusätzliches lexikographisches / soziolinguistisches Projekt unter der Leitung von Prof. E. Trapp und der Mitarbeit von Dr. Cuomo



Anlage

Das Lexikon zur byzantinischen Gräzität (LBG) dokumentiert die neuen und seltenen Wörter und Wortbedeutungen im Griechischen der byzantinischen Jahrhunderte. Es baut auf dem Greek-English Lexicon von Liddell - Scott - Jones und dem Patristic Greek Lexicon von Lampe auf. Damit schließt es die Lücke zwischen den Lexika des antiken und patristischen Griechisch einerseits und dem Lexikon zur byzantinischen Volksliteratur von E. Kriaras andererseits.

Die Literatur der Zeit von ca 900 bis ca 1200 (Geschichtsschreibung, Rhetorik, Dichtung, theologische Literatur, Fachwissenschaften in Auswahl) wurde möglichst vollständig erfasst. Zeitlich frühere Texte wurden nur insoweit aufgenommen, als es notwendig war, um - in Ergänzung zu Lampe - den Anschluss an Liddell - Scott - Jones herzustellen; Texte der Spätzeit (13.-15.Jh.) wurden in der Regel nur in dem Maß berücksichtigt, in dem sie durch Indices erschlossen sind. Auch alle wichtigen Urkundensammlungen wurden nach diesem Prinzip aufgenommen. Ältere Lexika wurden verglichen und ausgewertet; gegebenenfalls wird auf sie verwiesen.

Die systematische Auswertung des Thesaurus Linguae Graecae der University of California, Irvine (TLG) erfolgte ab Faszikel 2 des LBG in der jeweils aktuell zur Verfügung stehenden Form des TLG. Nach der vermehrten Aufnahme byzantinischer Texte in die Digital Library des TLG änderte sich die Verwendungsweise des TLG, der zunächst im Hinblick auf die Dokumentation antiken und patristischen Wortgutes herangezogen worden war: Es konnten nun im LBG auch Texte der spätbyzantinischen Zeit in wesentlich größerem Umfang erfasst werden. Die unlemmatisierte Sammlung digitalisierter Texte wurde so zu einem immer wichtiger werdenden Hilfsmittel bei der Ausarbeitung der Lemmata des Lexikons.



Stand der Arbeit, weitere Planung, Ausblick

Das Lexikon besteht aus zwei Bänden zu je vier Faszikeln. Der erste Band (A - K, 1994-2001), (palingenesia - prospelagizo, 2007) und Faszikel 7 (prospelasis - taricheutikos 2011). Es wird angestrebt, das ganze Werk bis zum Jahre 2016 abzuschließen. Parallel zu den Arbeiten an Faszikel 8 wird die Sammlung von Addenda für ein Supplement zum LBG betrieben. Dieses soll in Form einer Datenbank online zur Verfügung gestellt werden.
Seit Januar 2012 läuft ein zusätzliches lexikographisches / soziolinguistisches Projekt (FWF P23912) unter der Leitung von Prof. E. Trapp und der Mitarbeit von Dr. Cuomo sowie Mag. Vratislav Zervan.



Projektleiter

Prof. Dr. Erich Trapp

MitarbeiterInnen

Doz. Dr. Carolina Cupane
PD. Dr. Andreas Rhoby
Dr. Elisabeth Schiffer

ehrenamtliche Mitarbeiter:

Dr. Johannes Diethart
Manfred Hammer



Publikationen (Monographien, e-publications)

Lexikon zur byzantinischen Gräzität, erstellt von Erich Trapp, unter Mitarbeit von Maria Cassiotou-Panayotopoulos, Michael Chronz, Carolina Cupane, José Declerck, Johannes Diethart, Georgios Fatouros, Niels Gaul, Antonia Giannouli, Manfred Hammer, Günther Henrich, Martin Hinterberger, Lars Hoffmann, Wolfram Hörandner, Andreas Rhoby, Elisabeth Schiffer, Sonja Schönauer, Günter Stickler, Robert Volk, Astrid Steiner-Weber, Günter Weiss, Vratislav Zervan.

  • Faszikel 1 (1994) (derzeit vergriffen)
  • Faszikel 2 (1996)
  • Faszikel 3 (1999)
  • Faszikel 4 (2001)
  • Band I = Fascc. 1-4 (2001)
  • Faszikel 5 (2005)
  • Faszikel 6 (2007)
  • Faszikel 7 (2011)

    E. Trapp - J. Diethart - G. Fatouros - A. Steiner - W. Hörandner (Hgg.), Studien zur byzantinischen Lexikographie (Byzantina Vindobonensia 18). Wien 1988.
    W. Hörandner - E. Trapp (Hgg.), Lexicographica Byzantina, Beiträge zum Symposion zur byzantinischen Lexikographie (Wien, 1.-4.3. 1989) (Byzantina Vindobonensia 20). Wien 1991.
    E. Trapp - S. Schönauer (Hgg.), Lexicologica Byzantina. Beiträge zum Kolloquium zur byzantinischen Lexikographie (Bonn, 13.-15. Juli 2007) (Super alta perennis. Studien zur Wirkung der Klassischen Antike 4). Bonn 2008.
    A. Rhoby, Wortschatz als Indiz für literarische Nachahmung? Das Beispiel des Gennadios Scholarios, in: A. Rhoby - E. Schiffer (Hgg.), Imitatio - aemulatio - variatio (Veröffentlichungen zur Byzanzforschung 21). Wien 2010, 231-236.
    E. Trapp, Zum Wortschatz des Neophytos Enkleistos, in: A. Rhoby - E. Schiffer (Hgg.), Imitatio - aemulatio - variatio (Veröffentlichungen zur Byzanzforschung 21). Wien 2010, 273-278.

    Projekt-Publikationen



  • Probelemma Sigma (LBG VII, S. 1517)