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Die Dioptra des Philippos Monotropos – Griechischer Originaltext und slavische Version


Ein gemeinsames Projekt der Balkan-Kommission der ÖAW und des Instituts für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien, gefördert durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (Laufzeit 1.7.2005–30.6.2009: FWF-Projekt P18245-G10; Laufzeit 1.2.2009-31.01.2012: FWF-Projekt P 21250)


Leitung: o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Miklas und ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfram Hörandner
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Eirini Afentoulidou und Mag. Jürgen Fuchsbauer
In- und ausländische Kooperatoren: Prof. Dr. Gelian M. Prochorov (St. Petersburg), Dr. Lars Hoffmann (Mainz), Prof. Dr. Ernst Gamillscheg (Wien, Österr. Nationalbibliothek)


Die Dioptra, verfasst gegen Ende des 11. Jahrhunderts von dem byzantinisch-griechischen Mönchsliteraten Philippos Monotropos, ist eine erbauliche Lehrschrift theologisch-philosophischen Inhalts, die in über 7000 Versen die Geschichte menschlichen Daseins von der Schöpfung bis zur Wiederkunft Jesu Christi am Ende der Zeiten behandelt. Eingestreut finden sich Exkurse zu zahlreichen, darunter auch naturkundlichen, Themen, für die z.T. antike Autoren wie Hippokrates und Galen verarbeitet sind. Der Verfasser hat für dieses enzyklopädische Kompendium die Form des Dialogs gewählt, wobei die Seele (Psyche) die Fragen stellt und der Leib (wörtlich das Fleisch: Sarx) die Antworten gibt. Das Werk, primär für Mönche geschrieben, erfreute sich, aus der hohen Zahl erhaltener Textzeugen (über 90 griechische und 200 slavische Handschriften) hervorgeht, durch die spätbyzantinischen Jahrhunderte hindurch und weit in die Neuzeit hinein im griechischen und slavischen Raum größter Beliebtheit. Der Volltext des griechischen Originals liegt bisher nur in der 1920 erschienenen und methodisch unzulänglichen Ausgabe des Athosmönchs Spyridon Lauriotes vor. Von der kirchenslavischen Übersetzung ist vorerst nur die russische Fassung nach einem Zeugen publiziert. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, durch Heranziehung des gesamten handschriftlichen Materials und der bisherigen textgeschichtlichen Forschung einen verlässlichen Text des griechischen Originals und der kirchenslavischen Übersetzung zu erstellen, auf dem die weitere Erforschung des Werks und seiner Rolle in der Geistesgeschichte des südost- und osteuropäischen Raumes aufbauen kann. Im ersten Projektabschnitt wurden die griechische und slavische Tradition der Dioptra untersucht, die Grundlagen für die Editionen gelegt und mit der Edition der Texte begonnen. Gegenstand des laufenden Projekts sind die Fortsetzung der Editionsarbeit sowie eine – von J. Fuchsbauer im Rahmen seiner Dissertation erarbeitete – Untersuchung der Übersetzungstheorie und -praxis des slavischen Texts. Darüber hinaus soll die bemerkenswerte Lexik der Dioptra mittels Viktor A. Baranovs Datenverarbeitungssystem „Manuskript“ weiterer Forschung zugänglich gemacht werden.


Literatur (in Auswahl):


LAURIOTES, Spyridon: He Dioptra. In: Ho Athos, I,1-2. Hagion Oros 1919, Athen 1920

HÖRANDER, Wolfgang: Die Wiener Handschriften des Philippos Monotropos. In: Akrothinia. Wien 1964, S. 23-40

MIKLAS, Heinz: Zur Edition der Dioptra des Philippos Monotropos. [Jahrb. d. österr. Byz. / 31,Beiheft Nr. 2.1(1981)] Wien 1981

HÖRANDER, Wolfgang: Notizen zu Philippos Monotropos. [Byzantina / 13(1985), S. 817-831.] Thessaloniki 1985

PROCHOROV, Gelian M.: "Dioptra" Filippa pustynnika. In: PROCHOROV, Gelian M.: Pamjatniki perevodnoj i russkoj literatury XIV-XV vekov. Leningrad 1987, S. 60-87

PROCHOROV, G. M. / MIKLAS, H. / BIL'DJUNG, A. B. / FUCHSBAUER, J.: Dioptra Filippa Monotropa. Antropologiceskaja enciklopedija pravoslavnogo srednevekov’ja. Pod redakciej Michaila N. Gromova. Moskva: Nauka, 2008.

MIKLAS, Heinz: Kade sa otišli parorijskite rakopisi? In: DANCEV, Georgi / et al. (Hrsg.): Pametnici, poetika, istoriografija : Peti meždunar ; simpozium Veliko Tarnovo, 6-8 septemvri 1989g (=Tarnovska knižovna škola 5). Veliko Tarnovo 1994, S. 29-43.

HOFFMANN, Lars: Wie sieht wohl die Hölle aus? : Bemerkungen zum Charakter byzantinischer Dialog- und Zitationstechnik am Beispiel der Dioptra des Philippos Monotropos. In: HÖRANDNER, Wolfgang / KODER, Johannes / STASSINOPOULOU, Maria A. (Hrsg.): Wiener Byzantinistik und Neogräzistik : Beiträge zum Symposion „Vierzig Jahre Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien“ ; im Gedenken an Herbert Hunger (Wien, 4.–7. Dezember 2002) (=Byzantina et Neograeca Vindobonensia 24). Wien 2004, S. 203–219



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25.04.2011
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