Spamfilter

Als "Spam" bezeichnet man unverlangt zugesendete (Werbe-)Mails, deren Inhalt vom Empfänger als Belästigung empfunden wird. Wie bei der Frage "Was ist Lärm?" gibt es allerdings auch hier eine subjektive Grenze zwischen Information ("Geräusch") und Belästigung ("Lärm"), sodass eine automatisierte Unterscheidung von Spam und Nicht-Spam nicht mit hundertprozentiger Sicherheit möglich ist. Auch der beste Spamfilter wird daher hin und wieder Nachrichten zustellen, die der Empfänger nicht erhalten möchte.

Die Hauptursache für das Spamproblem ist, dass das Versenden einer großen Zahl von E-Mails kaum Kosten verursacht und daher bereits ein sehr geringer Prozentsatz an Rückmeldungen (Bestellungen) einen satten Gewinn für den Spammer bedeutet. Noch aus einem anderen Grund sollte man auf Spammails prinzipiell nicht antworten: Jedes für den Spammer wahrnehmbare Lebenszeichen macht die entsprechende Mailadresse "wertvoller", da sie erwiesenermaßen verwendet wird und damit auch bei zukünftigen Aussendungen eine Reaktion erhoffen lässt.

Der Spamfilter der ÖAW

Die Mailserver der ÖAW werden mit Hilfe verschiedener Maßnahmen vor der Spamflut geschützt. Dabei ist es durch den Einsatz neuester Technologien und jüngst etablierter de-facto-Standards gelungen, einerseits einlangenden Spam möglichst zuverlässig abzuweisen und andererseits die ÖAW-Mailserver den anderen Mailservern gegenüber als gut gepflegte, "spamfreie" E-Mail-Zubringer darzustellen. Um die erreichte Trefferquote zu erhalten und zu verbessern, werden die verwendeten Filter kontinuierlich weiterentwickelt.

Die wichtigsten der implementierten (bzw. teilweise noch im Testbetrieb befindlichen) Mechanismen sind:

  • Greylisting, ein Verfahren zur Spamabwehr, das keinerlei inhaltliche Bewertung der Mails vornimmt. Vielmehr wird überprüft, ob der übermittelnde Mailserver sich so verhält, wie es von einem ordentlichen Mailserver zu erwarten ist: Beim ersten Zustellversuch wird die Annahme mit dem Code für "jetzt nicht - versuche es etwas später wieder" verweigert. Seriöse Mailserver unternehmen in einem solchen Fall nach einer gewissen Zeit einen erneuten Zustellversuch. Spammer hingegen möchten in möglichst kurzer Zeit eine möglichst große Anzahl Mails versenden und unterlassen in der Regel weitere Zustellversuche.
  • TLS ("Transport Layer Security"), Verschlüsselung am Transportweg, eine Methode, die Spamroboter nicht beherrschen.
  • Spezielle Markierungen und Signaturen, die den ÖAW-Mails und ÖAW-Mailservern Bonuspunkte bei den Spamfiltern der Mailempfänger bringen.

Mit Hilfe dieser und einiger anderer Methoden wird für jede einlangende E-Mail-Nachricht ein "Spamscore" errechnet und zu den Headerzeilen der Nachricht hinzugefügt. Das Mailprogramm des Empfängers kann diesen Score benutzen, um Mails automatisiert in Unterordner zu verschieben. Bei extrem hohen Scores wird die Mail bereits vom Server abgewiesen und der Absender entsprechend informiert.

Hinweis: Der zusätzlich verfügbare Spamfilter von Microsoft Outlook 2007/2010 lässt sich leider nur beschränkt an die speziellen Anforderungen einer heterogenen, international aktiven Forschungseinrichtung anpassen und ist folglich mäßig treffsicher. Outlook-Benutzer(innen) sollten daher regelmäßig ihren Junk-E-Mail-Ordner kontrollieren. Falls dort immer wieder erwünschte Nachrichten aufzufinden sind, ist es ratsam, den Outlook-Spamfilter zu deaktivieren (siehe Anleitung).